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10. Tag: Plzen (Pilsen)
Di, 01.11.2005


Diesen letzten Tag in Tschechien verbringe ich eher ruhig. Wie so oft, lasse ich mich durch die Straßen treiben. Das beeindruckend schön renovierte Zentrum kontrastiert etwas mit den Außenbereichen.

Der Versuch, eine Eintrittskarte für die abendliche Opernaufführung ('Don Pasquale') zu erwerben, wird zum Hindernislauf, weil das Büro in der Altstadt nur schwer zu finden ist. Dafür ist die Karte im Rang wieder unschlagbar billig.

Ich umrunde den großen Markplatz, schlendere durch die Gassen, vorbei an schönen Fassaden. Gegen Mittag suche ich einen der wenigen Modellbahnhändler, derem Adresse mir das Touristen-Büro gegeben hat. Er liegt an der Ausfallstraße nach Brünn. In einem Privathaus ist der Eingangsbereich zum Ladengeschäft umgebaut. Es gibt viele ROCO-Loks - aber zu happigen Preisen. Wer in Tschechien kann sich solche Preise leisten ?

Auf dem Rückweg nehme ich die Straßenbahn - eine der üblichen Tatra-Bahnen mit viel Platz aber wenig Sitzen. Sie wirft mich am Einkaufszentrum am Bahnhof wieder aus. Im Vorfeld des Tesco-Kaufhauses hat sich auch dort ein kleiner Chinesen-Markt im Freien etabliert.

Auf dem Weg zum Zentrum finde ich das alte Bier-Museum. Dort lassen sich die Gerätschafte der ersten Bierbrauer bewundern. Besondere Sorgfalt wurde aufs Kühlen des fertigen Bieres verwendet. Dies musste in den Anfängen ohne Kühlschrank mit täglich angeliefertem Eisbarren erfolgen.

Vor dem Opernabend kehre ich nochmals in mein Gästezimmer zurück, lege Rucksack und Tagesausrüstung ab. Im direkt vor dem Fenster sichtbaren Opernhaus beginnt nun das abendliche Leben. Erst nach Öffnung für das Publikum begebe ich mich über die Straße. Leichter Nieselregen hat jetzt eingesetzt.

Die Qualität der Aufführung ist faszinierend. Mit überrashender Spielfreude wirbt der "jugendliche Alte" um die Schöne. Ein vorgeblicher Heiratsvermittler stiftet Verwirrung. Natürlich geht der komische Alte nachher leer aus, weil ein Tenor mit der Schönen durchbrennt. Die Gesangsleistungen der zum Teil jungen Sänger sind hervorragend. Leider ist das Haus fast leer. Nur das Parkett ist einigermaßen besetzt. So komme ich in den Genuss eines Sitzes in der ersten Reihe im Balkon.


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