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19. Tag: Johannesburg - Pilgrim's Rest (Safari)
Sa, 21.01.2012


Morgens um 5:00 Uhr bin ich schon wach. Den Tuchschlafack, die restliche Nachtwäsche, Strümpfe, Untrhemd, kurze Hose imprägniere ich mit dem Anti-Mücken-Spray "Nobite". Dann wird alles wieder im Rucksack verstaut.

Um 6:00 Uhr gibts bereits Frühstück im Hotel. Ich bin schon 5:45 Uhr im Frühstückszimmer, um mehr Zeit für das Frühstücksbuffet zu haben. Es gibt Würstchen, Rührei, Müsli, Brot, Wurst, Muffins, Croissants - echt üppig für 60 Rand.

Danach geselle ich mich zu den anderen vier Deutschen der Safari-Gruppe, die sich schon gestern kennen gelernt haben. Um 6:30 Uhr kommen unsere beiden Guides hinzu: ein junger Mann aus Südafrika und eine junge Dame aus Johannesburg. Sie ist gebürtige Deutsche und wird von "Sunways" auf Abruf für die deutschsprachigen Touren gebucht.

Zunächst erhalten wir erneut ein Informationsblatt, in dem mit wesentlich höherem Nachdruck über die Zwangspunkte der Reise aufgeklärt wird, z.B. ist eine Auslandskrankenversicherung verpflichtend. Ich trage die ADAC-Daten ein. Dort ist über den Auslandsschutzbrief wenigstens die Rückführung im Krankheitsfall abgesichert. Dann zahlt jeder noch senen Bar-Obulus von 1600 Rand für Eintrittsgelder vor Ort.

Dem Manager, der uns kurz begrüßt, gebe ich eine Kopie der Taxirechnung von gestern Abend - mal sehen, was das Büro der Firma damit anfängt.

Vor der Tür steht tatsächlich der rote Safari-Truck von "Sunways" aus dem Werbeprospekt. Er hat 12 Sitze. Da wir nur zu fünft sind, sucht sich jeder einen eigenen Fensterplatz. Ich sitze - wie in Australien - wieder hinten links und bin so Herr meines eigenen absenkbaren Lüftungs- und Fotografierfensters.

Zunächst geht die Fahrt über Autobahn und N12 in Richtung Nelspruit. Dann zweigen wir ab nach "Pilgrim's Rest". Über zunehmend schmalere, kurvigere und steilere Straßen schlängeln wir uns durchs Hiveld bis zum Camp Ground bei der ehemaligen Goldgräberstadt - heute Museumsdorf. Der Platz liegt idyllisch am Flussufer. Man sieht, dass der Fluss noch vor wenigen Tagen übers Ufer getreten war.

Der Aufbau der firmeneigenen Iglu-Zelte funktioniert ähnlich wie bei meinem Zelt - nur sind alle Materialien wesentlich schwerer. Der Zeltstoff ist ein schweres Tuch, die Stangen sind aus Eisen. Jeder hat ein eigenes Zelt für sich. Alle anderen haben den Aufschlag für ein Einmannzelt bezahlt - also bleibe ich allein übrig , auch ohne Aufschlag.

Danach gehts zur ersten Exkursion auf die "Panoramastraße". Von der Felskante des "Gods Window" hat man eine weite Sicht über das fast 1000 m tiefere Lowveld. Trotz Bewölkung ist die Sicht gut. Besonders beeindruckend sind die Spazierwege bei den "Potholes" am Zusammenfluss von Treur und Blyde River: Ein wasserfall hat tiefe Rundlöcher in den Granit der Schlucht geschliffen.

Um 17:00 Uhr müssen wir den Blyde River Park leider schon verlassen. Zum Abendessen ist uns ein Grillabend ("Braai") versprochen. Die Glut desLagerfeuers reicht dann doch nicht zum Garen von Spare Ribs und Boer Wurst, so dass am Schluss doch alles in der Pfanne des Gaskochers landet. Mit Salat, Koblauch-Brot und gegarten Kürbissen wird es ein köstliches aber spätes Abendessen.

Am Abend stellen sich die Gruppenmitglieder gegenseitig ein Wenig vor: Helga war ehemals Heißmangelbetreiberin im Westerwald, sie hat zwei Töchter und zwei Enkel; Meike ist promovierte Juristin bei der Commerzbank in Frankfurt, Fachfrau für Arbeitsrecht; Johanna ist Köchin aus Assmanshausen (ursprünglich aus Thüringen); Eike ist LKW-Fahrer aus Augsburg für Baustellenverkehre (ursprünglich aus Magdeburg). Alle sind älteren Semesters, die jüngste ist wohl Meike - eine sehr bunte Truppe für die Safari-Tour. Die beiden Reiseführer sind nebenberuflich tätig. Der südafrikanische Guide aus Pretoria studiert im letzten Semester Geologie.

Die Vorschau auf Morgen ergibt eine unangenehme Überraschung. Frühstück soll schon um 5:30 Uhr sein, dann nochmal ein Einkauf in Hazyview vor dem Eintritt in den Krüger Nationalpark. Dort ist gleich die erste Pirschfahrt ("Game Drive") geplant, anschließend Freizeit. Mein Antrag, die Abfahrt um eine Stunde zu verschieben und dafür die Freizeit zu kürzen, wird vom Guide abgelehnt: er wisse, was für die Gruppe gut ist... Offenbar sind abe auch alle anderen mit dem frühen Start einverstanden.

Erst um 23:00 Uhr bin ich im Zelt. Ich liege auf einer bequemen Schaumstoffaufllage des Reiseveranstalters in meinem Tuchschlafsack - genau richtig für die lauwarme Nacht.


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