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14. Tag: Paarl - Cape Town (80 km)
Mo, 16.01.2012


Beim Frühstück - heute mit Sausage and Eggs- warnt ich die Wirtin vor der zu erwartenden Hitze. Ich starte dennoch frohgemut um 8:00 Uhr - es hat bereits gefühlte 30 Grad.

Zunächst geht es wieder durch die Hauptstraße von Paarl bis zur Autobahnauffahrt zur N1. Von dort nehme ich die parallel zur N1 verlaufende "Old Paarl Road" R101/102 über Klapmuts, Kraaifontein, Brackenfell, Bellville, Goodwood nach Cape Town.

Schon in Klapmuts brauche ich die erste Trinkpause. Schwere LKWs beleben hier die Kreuzung zur R 44. Die meisten haben 6 oder 7 Achsen. Mehrere Doppelgelenkzüge sind dabei. Weiter gehts nach Kraaifontein. Dort stelle ich überrascht fest, dass der ganze Ort eine bessere Township ist. Es gibt allerdings eine belebte Infrastruktur entlang der Straße mit Einkaufszentren und Tankstellen. Einige der schwarzen bewohner leisten sich bereits mittelständische Häuschen. Es gibt aber auch die berüchtigten Wellblechhütten. Die Straßen sind belebt. Niemand verhält sich aber bedrohlich oder agressiv gegen mich.

In Bellville brauche ich eine längere Pause. Bei einer Shell-Tankstelle gibt es eine Picknick-Bank für wartende Kunden, die ihr Auto handwaschen lassen. Eine ältere Dame aus Bellville sitzt bei mir und wünscht mir Glück bei den "Räubern".

Bellvile ist eine Einkaufsstadt mit hunderten von kleinen Geschäften entlang der Hauptstraße. Das setzt sich ohne Unterbrechung bis Goodwood fort.

"Maitland" ist noch ein Brachland - einzelne, wild gebaute Behausungen entstehen aber schon auf der rechten Straßenseite. Links zieht sich über 8 km ein riesiger Friedhof an der Straße entlang - auch mit ausgeprägtem jüdischen Teil. Die Vorstadt von Cape Town wird geprägt von zig Autoverkäufern für neue und gebrauchte Wagen. Einen VW Polo gibts schon für 7000 Euro. Bevorzugte Marken sind offenbar Toyota und VW.

Bei der historischen Befestigungsanlage treffe ich auf die Innenstadt. Der Weg von dort zum "Ashanti Hostel" ist ja gut bekannt. Um 14:00 Uhr - bei großer Mittagshitze - komme ich dort an. Dort trifft mich die enttäuschende Auskunft hart: heute ausgebucht. Vorbestellt habe ich leider erst ab morgen... Die genannten Alternativen sind entweder auch voll oder kosten bis zu 62 Euro pro Nacht. Ich erinnere mich, beim ersten Fußweg über die "High Level Road" dort ein Backpacker Hostel gesehen zu haben. Dorthin laufe ich zu Fuß - das bepackte Rad bleibt zunächst im abgeschlossenen Bereich des "Ashanti Hostels".

Tatsächlich erlöst mich dort die Auskunft, dass sie beliebig Platz haben. Für 150 Rand bekomme ich sogar ein Bett im Viererzimmer für mich allein - mit abschließbare Tür. Ansonsten fällt der Standard hier weit hinterdas Ashanti zurück. Das Haus muss wohl in den zwanziger Jahren ein Hotel gewesen sein: jugendstilverzierte Wasserhähne zeugen noch davon.

Ich bin inzwischen so überhitzt, dass auch das Ausruhen auf dem Bett nicht mehr hilft - aber die Abkühlung im hauseigenen Pool. Danach gehts zum Woolworth in Sea Point: 10 Liter Wasser, eine 5 kg-Melone und zwei Frühstücksleberwürstchen für 80 Rand. Das alles auf dem Rad zu transportieren erfordert einige logistische Tricks.

Auf der Terrasse des Hauses - mit Blick über das neue Stadion auf die Bucht - mache ich mich gleich über die wunderbar reife und saftige Melone her. Das wird fortgesetzt mit einem - endlich wieder - selbst gekochten Abendessen: Minestrone-Suppe, in der die Reste der Hähnchenbrust von gestern versenkt werden.

Morgen kann ich wieder ins Ashanti umziehen und noch zwei Tage in Cape Town verbringen, bevor mein Zug nach Johannesburg fährt.


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