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Heute Nacht bin ich lange wach - ein französiscvher Spielfilm verkürzt die Zeit. Gegen 3:00 Uhr fährt eine Polizei-Patrouille durch die Antrim Road - für Sicherheit ist hier gesorgt.
Morgens um 10:00 Uhr strte ich in die Innenstadt. Über die High Level Road gehts oberhalb von Green Point direkt in die Innenstadt. Ich schlendere durch die quirlige Longstreet zum "Cycle Lab" in der Hoult Road. Wenig ermutigend bestätigt mir der Inhaber, dass es in South Africa keine Touring Bikes mit Gepäckträger gibt - nur Mountain Bikes und Rennräder. Dennoch bietet er mir an, ein älteres Mountain Bike (150 Euro) mit einem Gepäckträger auszustatten für 20 Euro. Allerdings haben weder er noch benachbarte Cycle Shops Gepäckträger vorrätig. Die Giant-Auslieferung läuft erst Montag wieder an.
Etwas entmutigt suche ich weiter - zunächst bei einem Fahrradverleih am Ende der Longstreet. Sie bieten die alten Leihgefährte für 200 Euro zum Verkauf und nehmen sie nach spätestens einem Monat für 100 Euro wieder zurück. Der Zustand der Räder ist aber beklagenswert.
Also erinnere ich mich nun doch an den LifeCycleShop in der Nähe des BaySideShoppingCenters im Vorort TableView, den mir Regina Bailey empfohlen hat. MyCitiBus bringt mich für 10 Rand hinaus. Dort erwarten mich zwei riesige Shopping Malls von europäischem Ausmaß und entsprechender Qualität. Die Vororte entlang der ca. 20 km langen Straße zur City sind Villenviertel mit jeweils gesicherten Zugängen.
Nach einigen Irrungen finde ich tatsächlich LifeCycle in der ParklandsShoppingArea - das dritte Einkaufszentrum in unmittelbarer Nähe. Nach kurzem Verhandeln bekomme ich ein nagelneues Giant Bike incl. neuem Gepäckträger hinten und Montage des mitgebrachten LowRiderTrägers vorne für 300 Euro. Dank der vorher geführten Telefonate von Regina Bailey kann ich den Preis auf 3000 Rand festlegen.
Nach wenig mehr als einer Stunde ist alles montiert. Auf dem Rückweg fahre ich noch an einem GasShop vorbei, der tatsächlich die passende Gasflasche für meinen australischen Kocheraufsatz findet. Nun steht meiner geplanten Radtour nichts mehr im Weg. Gegen heftigen Seewind lege ich die Route entlang der Busstrecke mit dem Rad zurück. Es gibt einen durchgehenden Radweg. Trotzdem kommen mir nur wenige Radler entgegen. Zuletzt verlaufen Busspur und Radweg auf der Trasse der stillgelegten IndustrieAnschlussBahn und des ehemaligen Güterbahnhofs. Auch hier wurde vieles auf LKW-Transport umgestellt.
Die Route endet kurz vorm Bahnhof. In abgestellten alten Schlfwagen kann man hier übernachten (250 Rand für Einzelpersonen). Im Bahnhof gibt es nur noch ein Gleis (Nr. 24) für Fernzüge. Alle anderen dienen dem Vorortverkehr (MetroRail). Die MetroRailZüge sind heute Abend abenteuerlich überfüllt. Die Türen stehen offen, Männer stehen oder sitzen in ihnen. Ein wenig indisches Flair wird hier vermittelt.
Der Rückweg zum Ashanti Hostel ist nun schnell zurückgelegt. Neben den stark verrosteten Mieträdern des Hostels kann ich mein neues Rad hinter dem Haus abschließen. Beim Abendessen lerne ich den deutschen Mechatronik-Studenten aus meinem Zimmer näher kennen. Er absolvierte seit Juli 2011 in Port Elizabeth ein Auslandspraktikum an der dortigen Uni und reist nun mit drei Freunden im gemieteten Fahrzeug (250 Euro pro Monat !) durch Südafrika. Von hier ist noch eine Busreise durch Namibia bis zu den Victoria-Wasserfällen geplant.
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