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15. Tag: Castelsardo - Porto Torres (25 km)
Fr, 01.04.2005


Die Route

Die letzte Etappe habe ich extra kurz gewählt, damit nichts mehr schief gehen kann. Nach dem selbstbereiteten Frühstück gibt es auch vom Hotel noch ein Croissant und einen Capuccino. Danach beginnt die leichte Tour entlang der Nordküste.

Nach schönen Ausblicken folgt eine pinienbewachsene Dünenlandschaft im Bereich von Sarso. Junge Afrikanerinnen warten hier offenbar schon vormittags auf Kundschaft. Viele Sportradfahrer begegnen mir. Haben die alle schon am Freitagvormittag frei ?

Immer drängender beschleicht mich die Vermutung, heute könnte schon Samstag sein - und mein gebuchtes Schiff sei gestern schon gefahren. Die Nachfrage bei einem etwas konsterniert wirkenden Passanten bestätigt mir jedoch, dass heute der 1. April und Freitag ist.

Durch Porto Torres muss ich ganz hindurch fahren, vom Ortszentrum über eine provisorische Straße ins Industriegebiet, wo die Passagierfähren jetzt abfahren. Die gegenüber der Bahnhaltestele neu gebaute Stazione Marittima im Zentrum steht leer. Im großen Hafen legen die Passagierfähren nicht mehr an.

Den Nachmittag verbringe ich mit viel Muße in Porto Torres. Nach em Einkauf im SISA (Wasser und "Colomba") folgt eine ausführliche Mittagspause mit Blick auf die Bucht. Im Schatten der Stadtkirche im Zentrum warte ich dann den "Pommerigio" (ab 16:30 Uhr) ab. Bis dahin haben alle Geschäfte und Kirchen geschlossen. Zwei ältere Männer gesellen sich zu mir. Der Ältere (er ist bereits 83 Jahre alt) hat 10 Jahre in Deutschland gearbeitet. Von 1957 bis 1967 sei er beit BOSCH und MAN beschäftigt gewesen - Unterbringung in einem Dreibettzimmer. Dennoch erinnert er sich gern an das gute Essen und die gute Bezahlung.

Um 16:30 Uhr setze ich die Besichtigungs-Tour fort: erst in die wunderschöne romanische Basilika, dann zur Zona archeologico am östlichen Ortsrand. Reste einer riesigen römischen Terme hat man dort seit 1905 ausgegraben zum Teil mit noch erhaltenen Bodenmosaiken. Durch ein staatliches Museum kommt man dorthin. Leider verwahrlost das Areal seit 1994. Wegen Steinschlaggefahr sind große Teil offiziell für die Besucher gesperrt. Die Mosaiken brechen auf, die Holzbohlengänge sind morsch.
Im Museum selbst fasziniert am meisten die erst 2003 ausgegrabene Marmormaske eines Fauns. Ansonsten sind große Teile der Vitrinen einfach leer. Nach dem ausliegenden Unterschriftenbuch bin ich heute der zweite Besucher !

Beim Verladen ins bekannte Schiff begegne ich einer Gruppe von Motorradfahrern aus Geislingen. Sie hatten sich auf einem schon offenen Campingplatz im Norden einquartiert und von dort größere und kleinere Touren durch die Insel unternommen. So entfällt die täglich neue Suche nach einem Quartier...

Das Schiff wird diesmal von über 100 Carabinieri-Schülern bevölkert, die wohl zum Lehrgang aufs Festland geschickt werden, alle mit großer Gala-Uniform und viel Gepäck.

Auch heute Nacht kann ich wieder liegend auf der Luftmatratze vor der ersten Sitzreihe etwas schlafen. Leider läuft die ganze Nacht der Fernseher - der Papst liegt im Sterben...


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