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10. Tag: Pula - Cagliari (35 km)
Ostersonntag, 27.03.2005


Die erste Nacht im Zelt ist immer beschwerlich. Auf keiner Seite kann ich lange liegen, weil die dünne Luftmatratze zu hart ist. So wälze ich mich ständig. Dazwischen schlafe ich aber doch, was ich an den vielen Traumsequenzen merke.

Außerdem regnet es heute Nacht. Das Frühstück koche ich deshalb lieber im Zelt. Das Einräumen dauert - wie immer - zwei Stunden. Um 9:00 Uhr breche ich auf nach Nora, der punisch-römischen Ruinenstadt auf dem Cap von Pula. Beim Durchfahren von Pula begegnet mir wieder eine Prozession - diesmal mit dem auferstandenen Jesus.

Die Route

Nora liegt wunderschön auf zwei Landzungen im Westen von Pula. Bemerkenswert sind die vielen Häusergrundrisse mit zum Teil noch erhaltenen Mosaiken. Leider brechen sie durch Witterungseinflüsse auf oder sind mit Granulatsäcken abgedeckt. Die einzigen aufrechten Säulen gehören zum Atrium eines römischen Palastes. Gut erhalten ist - wie immer - das Theater. Ich genieße - wieder einmal - den Theaterblick vom obersten Rang. Er gleitet über die Landzunge und das morgendlich glitzernde Meer - ein Traum. Zum Ende der Besichtigung genieße ich noch das ausführliche Mittagessen, damit ich in einem Rutsch die etrwa 30 km nach Cagliari durchfahren kann.

Die Straße nach Cagliari besitzt kaum Steigungen, durchquert hinter Sarroch eine längere Strecke, wo sich mehrere Raffinerien aneinander reihen. Es pfeift, zischt, riecht nach brennbaren Gasen. Cagliari nähere ich mich auf der in die Lagune geschütteten Straße mit Blick auf die schöne Meerseite der Stadt. Leider führt ein neuer Containerhafen dazu, dass ich 6 km auf einer vierspurigen Autobahn um diesen herumfahren muss, 2 km davon mit heftigstem Gegenwind.

In er Stadt finde ich - nach einigem Suchen - das kleine Albergo "Palmas", das mir ein Doppelzimmer für 30 Euro vermietet. Die Dusche ist allerdings jenseits des Ganges.

Auf der Suche nach dem Schmalspurbahnhof der Ferrovie della Sardegna finde ich nur Ruinen. Mit dem Ziel, eine Straßenbahn auf dem innerstädtischen Teil der Trasse einzurichten, hat man erstmal die Gleise herausgerissen, ist aber mit der Neuverlegung nicht weit gekommen. Jetzt starten die Züge außerhalb der Stadt, in Monserrato - und das auch nur im Sommer (nach Aussage der Tourist-Info). So komme ich nun leider doch nicht in den Genuss einer Reise mit der sardischen Schmalspurbahn. Dazu müsste ich nochmal im Sommer hier vorbeikommen.

Stattdessen werde ich mit der normalen FS morgen nach Olbia fahren, um in den letzten drei Tagen entlang der Costa Smeralda bis Castelsardo zu kommen. Für die Ostküste reicht die Zeit nun nicht mehr.

Den restlichen Abend verbringe ich mit einer Altstadtrundfahrt. Eine stetig steigende Panoramastraße führt auf den schmalen Bergrücken auf dem die Kathedrale steht. Dort erlebe ich noch den Schluss der Osterabendmesse. Der Rückweg führt über mehrere Aussichtsterrassen, auf denen die Jungen und Alten im Licht der untergehenden Sonne flanieren.

Von Pula nach Cagliari


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