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Grenzlast ! Am Rande der Erschöpfung erreiche ich das Hotel 1016 Olav Dingle in Sarpsborg. Dabei beginnt der Tag eigentlich vielversprechend…
Nach selbst gemachtem Frühstück bin ich kurz vor 8:00 Uhr auf dem Rad. Nach einer trüben Nacht klart der Himmel auf. Leider bläst der Wind aus Nord – kalter Gegenwind. Ich kann sofort auf der 165 starten. Der Verkehr hält sich in Grenzen – wird noch erheblich abnehmen. Wie zu erwarten, gibt es eine ständige Berg- und Talfahrt über die Hügel eines eiszeitlichen Gletscherfeldes. Kleine Seen wechseln mit kahlen Granitfelsen ab, auf denen oft kleine Häuser stehen - dazwischen Wald und Weideland – eine Landschaft zum Verlieben.
Ab Hällevadsholm senkt sich die Straße zu einer Seenkette hinab, bis zur norwegischen Grenze in Vassbotten. Leider erfüllt diese aber nicht die Erwartung einer weitgehend ebenen Talstraße. Immer wieder erklimmt sie die Höhen der Hügel, um dann steil wieder zum Seeufer abzufallen. Die Orte sind nur Namen an der Straße – ein paar Ferienhäuser und ein oder zwei Höfe. Nur einmal steht ein kleiner ICA an der Straße.
Die Grenzenach Norwegen ist verwaist – keine Kontrolle, keine Geschäfte, kein Geldumtausch. Ein Campingplatz in Vassbotten ist die einzige Infrastruktur. io einsam, wie die Straße zuletzt auf schwedischem Gebiet war, setzt sie sich in Norwegen fort – inclusive der Berg- und Talfahrten. Gefühlt habe ich das Rad heute hundertmal hoch geschoben.
Bei der Kirche in Enningdalen verpasse ich die Mittagspause. Als ich dann gar nicht mehr weiter kann, setze ich mich am Rande eines Waldwegs auf die Reste einen Kieshaufens der Straßenarbeiter. Obwohl Halden am selben Fjord liegt wie Enningdalen geht’s mehrfach über den Berg – zuletzt auf einer langgezogenen Steigung auf die Höhe der Burg von Halden Ein sehr steiler Abstieg hinunter in die Stadt beendet diesen ersten Teil Es ist bereits 16:30 Uhr – ca. 80 km der Tagesetappe sind geschafft. Das Infobüro hat geschlossen – erst durch Nachfragen finde ich einen Geldautomat. Wechselstuben sind geschlossen oder gibt es gar nicht.I ch kaufe Wasser, Käse, drei Birnen und starte zur zweiten, quälend langen Etappe.
Der Start gelingt – ohne Umweg – auf der 21.Da dies die Autobahnzufahrt ist, gibt’s Kolonnenverkehr. Außerdem ist sie aus Lust an unnötigen Steigungen dreimal komplett bis in die Talsohle kleiner Flüsse abgesenkt und steigt dann wieder auf die Hochebene. Die Autofahrer sind ungeduldig, hupen mich von der Straße. Der parallele Radweg macht noch abenteuerlichere Steigungen und Kurven, sodass man nicht einmal die Bergabfahrt genießen kann.
Endlich – auf der 118 beruhigt sich der Verkehr. Die Straße verläuft erstaunlich eben parallel zur Bahn und zur Autobahn. Erst 10 km außerhalb von Halden wird erstmals Sarpsborg ausgeschildert. Bald werden auch geringere Steigungen anstrengend für mich, zumal wenn es sich noch nicht lohnt zu schieben. Besonders gemein ist der Aufstieg nach Sarpsborg über lange Geraden mit mittlerer Steigung.
Die Stadt zieht sich über 10 km auf dem Bergrücken. Erst am Ende kommt das Zentrum mit Bahnhof, Hotel, Fußgängerzone. Nirgends gibt’s einen Stadtplan. Ein freundlicher, englisch sprechender Ausländer beschreibt mit schließlich den Weg zum Hotel.
Ich bekomme ein Doppelzimmer im 4. Stock für 81 Euro – doch leider ist der Aufzug defekt. Also muss ich mein ganzes Gepäck auch noch drei Stockwerke hoch schleppen. Oben überzeugt die geniale Sicht über den Ort und die angrenzenden Hügel. Ich lege mich aufs Bett und schlafe erstmal eine Sunde. Nach dem Dusche gibt’s noch ein kaltes Abendessen aus der Provianttasche.
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