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16. Tag: Haarlem - Den Haag (60 km)
Mi, 17.07.2019


Die Sonne scheint vom blauen Himmel, der (schwache) Wind kommt von Osten. Ich starte auf dem gleichen Weg wie gestern zunächst nach Bloemendal aan Zee und nach Zandvoort. Das vermeidet falsche Abzweigungen. Am Ortsende von Zandvoort beginnt dann der Radweg durch die Dünen nach Noordwijk und Katwijk.

Der Weg ist in beiden Richtungen stark befahren, relativ schmal und hat viele kurze Steigungen, weil er das Auf und Ab der Dünenlandschaft nachvollzieht. Das kostet Kraft und Konzentration, weil zwischendurch Rennradler die Tour als Trainingsstrecke nutzen. Familien wollen andererseits nebeneinander fahren. Dazu ist die Richtungsspur eigentlich zu schmal. Dennoch passiert nichts, weil alle Beteiligten mit Geschick auch brenzlichen Situationen ausweichen können.

Die Landschaft ist ein Traum. So weit das Auge reicht begleitet mich eine hügelige Sandsteppe, die nach den letzten Regentagen jetzt üppig begrünt ist. Nur an wenigen Stellen tritt ein blanker Dünenabhang hervor. Der Blick zum Meer ist versperrt, weil der Radweg knapp hinter der schützenden Hauptdüne verläuft. Alle paar Kilometer gibt es aber Haltepunkte, von denen ein kurzer Fußweg über de Düne zum Meer führt.

Noordwijk ist ein fast mondäner Badeort mit großen, zum Teil alten Hotels. Ich bleibe an der Promenade – benannt nach den weiblichen Mitgliedern des Königshauses. Der weitere, kurze Weg nach Katwijk führt in einen eher familiären Badeort mit kleinen Pensionen. Ab hier ist der Radweg noch stärker belastet. Ich habe kaum noch ein Auge für die Dünenlandschaft.

Durch eine Unaufmerksamkeit lande ich auf dem Strandweg nach Wassenaar. Von dort führen breite Radwege parallel zur N 44 nach Den Haag. Auf den Abstecher zum Küstenort Scheveningen verzichte ich heute.

Auf den im Außenbereich von Den Haag mehrfach schlecht beschilderten Wegen ins Zentrum muss ich häufiger nachfragen. Zuletzt begleitet mich der Gefragte unaufgefordert auf kürzestem Weg zum Stay Okay Hostel. So schnell habe ich noch in keiner Stadt mein Ziel erreicht. Der gutmütige ältere Herr, der seine Zeit offenbar mit Radtouren rund um Den Haag verbringt, denkt positiv: Falls er mal nach dem Weg fragen muss, hilft ihm ein anderer in ähnlicher Lage.

Im Hostel gibt’s ein Viererzimmer. Nach kurzem Einkauf ziehe ich das umfangreiche Abendessen etwas vor. Dann geht’s in die Stadt. Gleich gegenüber liegt eine Straße, in der die Damen ihre Dienste in Schaufenstern anbieten. Daneben sind die üblichen Wohnviertel. Dass die Tiefgaragen der Stadt nach der Einfahrt jeweils automatisch mit LKW-sicheren Stahlgittern verschlossen werden, gibt mir jedoch zu denken.


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