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Strahlende Sonne verleitet zu einer großen Tagestour auf dem Rad. Der Queen Charlotte Drive führt von Picton – immer oberhalb des Fjords (Grove Arm) – nach Havelock oder Anakiwa. In Anakiwa beginnt de 70 km lange Queen Charlotte Track, denn man in drei bis vier Tagen wandern kann. Dabei wird vom örtlichen Bootsunternehmen auf Wunsch sogar der Gepäcktransport übernommen.
Die sehr kurvige Straße führt erst einmal auf 200m Höhe über eine Landzunge hinweg. Man hat von dort eine großartige Aussicht auf den Hafen und den Queen Charlotte Sound. Dabei beobachte ich, wie in die große Morgenfähre ein ganzer Güterzug in fünf Teilen verladen wird.
Nach einer kurzen Pause am Ngakuta Bay geht’s dann kurvig und Höhen wechselnd weiter bis Anakiwa. Hier beginnt der Wanderweg – die ersten vier Kilometer kann man auch ohne Vorbereitung als Tagesausflug laufen. Dabei begegnen mir zwei ältere Mountain Biker, die den Trail gerade in zwei Tagen mit dem Rad gemacht haben. Ich soll ihren Erfolg mit ihren Handys fotografieren.
Unterwegs treffe ich dann auf eine deutsche Familie aus Aschaffenburg, deren Sohn seit eineinhalb Jahren in Neuseeland lebt. Aus seiner geplanten Weltreise ist eine Festanstellung als Outdoor Guide in den Waitomo Höhlen geworden. Sie erzählen viel über ihre Urlaube. Der Vater arbeitet in Maintal bei der Schweizer Chemiefirma Syngenta als Qualitätsprüfer. Nachdem die Übernahme durch Monsanto gescheitert ist, hat sie jetzt ein chinesischer Investor übernommen. Für fünf Jahre ist der Bestand der Firma gesichert…
Der Rückweg ist – wie immer – schneller als der Hinweg mit vielen Fotostopps. Eine Überraschung gibt es, als ich nochmal die Picknick-Bänke der Ngakuta Bay anlaufe. Dort richtet sich gerade das ältere Radlerehepaar zur Übernachtung im Zelt ein, das ich am 23.02. in Rotorua getroffen habe. Sie sind oft bei Privatfamilien untergekommen, die sie spontan eingeladen haben. Sonst übernachten sie im Zelt auf öffentlichen Plätzen. Das Gespräch wird jäh abgebrochen, als mir Scharen von Sandflys die Beine zerstechen. Bisher bin ich von diesen Plagegeistern weitgehend verschon geblieben.
Im Hostel koche ich wieder ein warmes Abendessen und stocke meine Vorräte im benachbarten „Fresh + Fruity“ (gehört zu Woolworth) wieder auf.
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