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Heute ist Museumstag. In der Nacht hat es geregnet, morgens ist es stark bewölkt. Ab Mittag setzt Dauerregen ein – der richtige Tag für einen ausführlichen Museumsbesuch.
Das gigantische „Museum of New Zealand“ kostet keinen Eintritt. Ausnahme ist die Sonderausstellung zur Filmfirma Pixar. Das Museum zeigt viele Aspekte der Geschichte Neuseelands – zur Natur und zur Bevölkerung – oft dramatisch aufgearbeitet.
Gallipoli – das Menetekel neuseeländischer Soldaten in der Schlacht gegen die Türkei im ersten Weltkrieg – ist besonders beeindruckend dargestellt. Überlebensgroße Figuren in realitätsnaher Pose erstaunen an 5 Stellen mit ihren ganz privaten Zeugnissen. So werden die Helden etwas entzaubert, vor allem aber werden Unmenschlichkeit und Sinnlosigkeit des Soldatendaseins dargestellt. Vom Bau der Unterstände bis zur mangelnden Hygiene in den Latrinen kommt alles zur Sprache und zur bildlichen Darstellung. Trotz 130.000 Toten bei der international zusammengesetzten Truppe scheitert der Einsatz. Auslöser der Schlacht war die Idee Churchills über die Kontrolle der Schiffspassage durch die Dardanellen leichter Konstantinopel einnehmen zu können.
Ein ebenso realitätsnahes Bild wird von den Naturgewalten in der Abteilung „Awesome Forces“ geboten. Von der Darstellung des Erdkerns (5.500 Grad Celsius) bis zum durch ein Erdbeben gerütteltes Haus wird der Besucher beeindruckt.
Die Umwelt gewinnt zunehmend an Bedeutung in der neuseeländischen Politik. Die Fehler der Abholzung, die Umwandlung des Maori-Landes in Weideflächen, das Einschleppen von schädlichen Tieren und Pflanzen, die Ressourcenverschwendung beim Hausmüll werden thematisiert. Eine konsequente Mülltrennung aber gibt es bis heute nur an wenigen Orten.
Die Bevölkerungsentwicklung wird mit der Geschichte de Einwanderer verknüpft. Natürlich nehmen zuerst die Maori einen breiten Raum ein – mit einer Rekonstruktion eines Gebetshauses und eines Wohn- und Speicherhauses. Die Einwanderungswellen bis zum 21. Jahrhundert sind vielfach vom wirtschaftlichen Geschehen geprägt. Einzelne Einwanderergeschichten erzählen vom Scheitern oder vom Erfolg. Auch zahlreiche Rückwanderer werden genannt.
Die Tier- und Pflanzenwelt wird durch Pappmodelle dargestellt. Einen Ausblick für die Zukunft gibt es jedoch nicht – zu sehr hängt diese offenbar von der Befindlichkeit der jeweiligen Regierung ab. Auch der Bereich Verkehr wird nicht bearbeitet.
Im intensiven Nieselregen kehre ich erst im 17:30 Uhr ins YHA zurück.
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