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Das Ziel heute ist der „Höhepunkt“: 1630 Meter Höhe am Hang des Mount Ruapehu, des höchsten Berges auf der Nordinsel. Der Tag beginnt bewölkt. Es ist kühl am Morgen. Schon bald klärt es aber auf. Die ersten 9 km auf der SH47 kenne ich schon von der Herfahrt am Dienstag. Die SH48 steigt dann konstant aber mäßig bis Whakapapa Village. Unterwegs gibt es einen kleinen Wasserfall (Tawhai Falls) zu bewundern. Im National Park Center sind die Informationen über Walking Tracks am Skifield eher dürftig. Ich solle oben an der Seilbahnstation nachfragen. Sie sind nur zuständig für die DoC Trails, die in Whakapapa beginnen.
Ich fahre also über die nächsten 6 km auf der Bruce Road in der Flanke des Vulkans. Bald verlässt die Straße den Bereich der Vegetation. Es geht über verschiedene Lava-Felder, die zum Teil erst 1995 entstanden sind, beim letzten Ausbruch des Vulkans. Die Bergspitze und den neuen Seitenkrater habe ich immer im Blick.
Von Westen zieht schlechtes Wetter mit heftigem Wind heran. Die Wolken lösen sich aber wunderbarerweise direkt am Berghang auf. In der Ferne regnet es bereits. Vorwiegend schiebend erreiche ich den Info-Shop am Beginn der Seilbahn. Ich könne überall wandern – mehr erfahre ich hier auch nicht. Die alte Sesselbahn interessiert mich – schon damals gebaut von Doppelmayr. Unterhalb der Bahn gibt es eine Baustraße zur Bergstation. Sie folgt der winterlichen Skipiste. In einer halben Stunde bin ich auf dem ersten Plateau. Bis zur Wintersaison 2016 soll eine neue Sesselbahn installiert sein. Nicht einmal die Fundamente sind bisher gelegt. Zwei große Bagger beseitigen Reste von früheren Installationen.
Die Sicht auf die bergwärts folgende Lavawand ist jetzt ungehindert. Unterhalb wird sie begrenzt von einem Gletschertal aus früherer Zeit. Ich kehre um 15:00 Uhr um, weil mir zahlreiche winterlich gekleidete Wanderer entgegen kommen, ich aber immer noch in der sommerlichen Radkleidung unterwegs bin. Sie wärmt trotzdem erstaunlich gut gegen den jetzt kalten Westwind. An der Talstation besteige ich mein hier abgestelltes Rad. Jetzt beginnt eine grandiose 12 km lange Abfahrt von 1630 m bis auf 800 m. Ich lasse das Rad rollen. Gebremst wird nur in den engen Kurven, ansonsten durch den heftigen Gegenwind. Die Flachstrecke schaffe ich heute ohne Schieben – das Rad ist weniger schwer bepackt. Schon um 17:00 Uhr bin ich am Hostel und bereite dort das warme Essen für Mittag und Abend gemeinsam.
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