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Nachts tobt ein heftiges Gewitter. Der Morgen ist kühl und wolkenverhangen. Um 7:00 Uhr bin ich am Bahnhof Rabat Ville. Die Rückfahrkarte nach Meknes kostet heute nur 90 derham (sonst 110 derham), weil Wochenende ist. Um 7:15 Uhr rollt ein hochmoderner Intercity in Rot und Beige in den zweigleisigen Haltepunkt ein, gezogen von einer französischen vierachsigen Hochleistungslok, mit voll klimatisierten Wagen: Marakech - Casablanca - Rabat - Meknes - Fes, der Zug, der die Königsstädte untereinander verbindet.Nach schleichendem Anlauf gewinnt der Zug schließlich Fahrt und rauscht zwischen Kenitra und Sidi Kacem auf der neugebauten zweigleisigen Schnellstrecke mit 160 km/h durch Felder, Wälder, Barackensiedlungen, Müllhalden - immer laut pfeifend, um Mensch und Tier von den Schienen zu jagen. Die Strecke ist nicht eingezäunt, wahhrscheinlich weil jeder neue Zaum in kürzester Zeit wieder Löcher hätte.
Ab Sidi Kacem beginnt eine kurvenreiche interessante Bergstrecke mit spanischer Oberleitung ins 500 m höher liegende Meknes. Die zweigleisige Neubaustrecke ist aber schon in Arbeit.
Meknes ist nicht besonders eindrucksvoll. Eine gut erhaltene Altstadt mit sehenswerten Toren beherbergt aber schöne Basarstraßen, eine Koranschule, die auch Christen besichtigen dürfen, den großen Marktplatz, der bereits unter Zertrümmerung leidet. Vieles ist heruntergekommen inclusive mancher Häuser.
Ein Gewitter setzt überdies die Gassen unter Wasser - einer schaurige Brühe ergießt sich zwischen die Basarstände.
Die Rückfahrt bei eindrucksvollem Abendrot genieße ich wie damals die Fahhrt mit dem Pariser Eurocity durch das Alsenztal. Wahrscheinlich sind das hier die schnellsten Züge Afrikas mit 160 km/h...
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