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34. Tag: Almunecar - Malaga (76 km)
So, 6.5.2001


Dabei fing alles so wunderschön an: Um 10:00 Uhr hatte ich im Hostal gefrühstückt und das Rad gesattelt. Vor der Pfarrkirche wird das (bepackte) Rad angeschlossen - heute ist Erstkommunions-Sonntag in Spanien. Die acht (einheimischen) Kinder sind schnell vorgestellt. Sie werden in die Aktivitäten der Messe einbezogen.

Noch vor 11:00 Uhr bin ich wieder auf der Route. Es ist fast windstill und sonnig. Zweimal geht es steil bergan - oben kürzt ein Tunnel die alte Straße etwas ab. Dann geht es rasant wieder zur Küste hinunter.

Hinter dem zweiten Tunnel ist der Hinterreifen wieder durchgescheuert. Der Schlauch ist schnell geflickt, der Ersatzmantel aus Aguilas aufgezogen. Sogar die neue Handluftpumpe funktioniert jetzt, nachdem ich ein neues Anschlussstück besorgt habe. Nach einer Stunde geht es weiter. Leider hat der Gegenwind jetzt wieder heftig zugenommen. Nach stürmischer Fahrt erreiche ich Nerja um 14:00 Uhr - hier ist Mittagspause.

Der folgende Teil der N430 ist nun weitgehend steigungsfrei, führt direkt an der Küste entlang. Dafür ist die Straße jetzt voll dem heftigen Gegenwind ausgesetzt. Mühsam kämpfe ich mich vorwärts - es sind noch 46 km bis Malaga. Die Straße wird zunehmend von Kolonnen von Sonntagsausflüglern bevölkert. Es ist vor allem der Verkehr zu den Restaurants in den Badeorten, wo viele Familien Erstkommunion feiern.

Vor Rincon de la Victoria zwingt mich heftiger Regen zu einer Pause vor dem ehemaligen Bahnhof. Ein alter Ürdinger Halbschienenbus (jetzt Jugendbibliothek) erinnert an die längst abgebaute Küstenbahn nach Malaga. Kurz nach der Stadteinfahrt trifft die Straße auf die Umgehungsautobahn - es folgen gemeinsame 5 km mit tiefen Spurrillen.

Ins Stadtzentrum von Malaga hinein nutze ich die schier endlose Strandpromenade. In der Stadt muss ich mich lange bis zur Jugendherberge am Ortsrand Richtung Marbella durchfragen. Beim Abladen des Gepäcks wollen mir zwei aufdringlicher Kinder helfen. Während ich den ersten Teil des Gepäcks hineintrage, ist sofort der Ersatzmantel für das Vorderrad geklaut. Dennoch starte ich nach dem Abendessen im Zimmer noch zu einem Stadtspaziergang in die Altstadt. Man läuft eine halbe Stunde von der JH, aber um 11:00 Uhr ist noch Leben in den Restaurants. Auf dem Rückweg entdecke ich ein Internet-Cafe. Kurzentschlossen nutze ich noch eine Stunde zum Mailen. Erst um 1:00 Uhr breche ich auf zum Rückweg.

Die Altstadtgassen sind jetzt leer. Vereinzelt hängen Kinder herum, die mich unerklärlicherweise nach der Zeit fragen. Ich beschleunige meine Schritte. Hinter mir höre ich Zischen. Zwei Jugendliche - vielleicht 14 Jahre alt - verfolgen mich. Durch verschiedene Haken glaube ich, sie abgeschüttelt zu haben. Auf der Flusspromenade holen sie mich ein. Inzwischen ist ein 18-jähriger dabei. Auf dem Platz vor der Kirche San Domingo versuchen sie mich einzukreisen. Ich durchbreche die Linie, der 18-jährige rennt mir hinterher, schlägt mit der Faust gegen meinen Rücken. Laut Hilfe schreiend renne ich zur Hauptstraße mit mehreren Hotels. Die Jugendlichen sind verschwunden.

Beim Weiterlaufen fühlt es sich feucht an am linken Bein. Ich fühle an der Hose - meine Hand ist voller Blut !! Der 18-Jährige wollte mir mit einem Messer in den Rücken stechen, hat aber zum Glück nur den Gesäßmuskel getroffen. Der blutet allerdings heftig. Geschockt erreiche ich die Jugendherberge, lasse mir Verbandsmaterial geben und gehe aufs Zimmer - zum Glück bin ich dort allein.

Beim Ausziehen zeigt sich da Ausmaß der Blutung. Hemd, Unterhose und Hose sind von Blut durchweicht. Die Wunde scheint sich inzwischen aber beruhigt zu haben. Ich dusche, ohne Wasser auf die Wunde zu bringen, lege eine Kompresse an und binde sie mit der alten Elastikbinde, die ich immer dabei habe, fest. Einschlafen - nur auf der unverletzten Seite liegend - fällt mir schwer. Der Kreislauf rast noch vor Erregung.


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