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35. Tag: Malaga
Mo, 7.5.2001


Um 7:00 Uhr wache ich auf. Schlafanzughose und -jacke sind über der Wunde von Blut durchweicht. Es hilft nichts, ich muss zum Arzt. In 15 Minuten Entfernung gebe es ein Krankenhaus mit Notaufnahme, erklärt die Rezeption. Also laufe ich - bei wunderschönem Morgenrot - dorthin, werde im Computer erfasst, erhalte eine Nummer und warte: auf die Unfallaufnahme, auf die Operation (Auswaschen und Nähen der Stichwunde) und den Abschlussbericht. Zum Glück hilft eine deutsche Arztpraktikantin beim Dolmetschen. Vorher war die Verständigung sehr schwer - auch Englisch kann niemand.

Nach drei Stunden werde ich wieder entlassen - mit der Auflage, in den nächsten 48 Stunden die Wunde zu schonen - also nicht Rad zu fahren - und Antibiotika gegen die Entzündungsgefahr zu schlucken. In der Jugendherberge muss ich das Zimmer wechseln. Ich hole das versäumte JH-Frühstück nach und wasche die bisher angefallene Schmutzwäsche in der JH-eigenen Waschmaschine zusammen mit den blutbefleckten Sachen von gestern, die ich nur notdürftig auswaschen konnte. Gegen 13:00 Uhr ist alles fertig. Ich lege mich ins Bett zum Nachholen des versäumten Nachtschlafes. Um 15:00 Uhr treibt mich dann der Gedanke an die notwendige Meldung bei der Polizei aus dem Bett. Zu Fuß ist auch die Polizeistation erreichbar. Dort gilt es zunächst auch wieder zu warten, bis eine junge Beamtin eintrifft, die wenigstens Englisch spricht. Der Polizeibericht fasst die Geschehnisse kurz zusammen. Er hat offenbar nur einen Wert für die Polizeistatistik.

Der Bus bringt mich in die Innenstadt. Die Alcazaba hat schon seit 12:00 Uhr geschlossen. Ich genieße die wunderschönen Parks. Hier blühen dieselben lila Bäume wie im November in Buenos Aires. Auf dem Rückweg - ich mache einen großen Bogen um die Altstadt - besorge ich mir im "Corte Ingles" zwei Gaskartuschen für meinen Kocher, falls die Reise doch noch weitergeht. In der JH gönne ich mir das angebotene Abendessen für 750 Ptas.

Ich treffe am Abend zwei alleinreisende Radfahrer etwa in meinem Alter: ein Engländer ist von Bilbao bis Malaga geradelt immer bei Gegenwind und Regen, ein Franzose reiste bereits zwei Wochen durch Marokko. Er erwartet jetzt seine Frau zu einer zweiwöchigen Andalusienrundreise (im Leihwagen), dann radelt er zurück nach Lyon.


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