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30. Tag: Arta - S'Illot (30 km)
Fr, 02.10.2015


Nun bin ich doch noch in einem Alltours-Urlauberhotel gelandet: Hotel Peymar in S’Illot gleich neben Portocristo. Das Zimmer mit Frühstück kostet nur 27 Euro, mit Abend-Buffet nur 30 Euro. Gefunden bei booking.com.

Der Morgen beginnt mit einer Diskussion meiner Hotelwirtin (aus Deutschland) über die hohen Nebenkosten eines legalen Hotelbetriebs. Sie verlangt 60 Euro für die Einzelnutzung eines Zimmers – das reicht gerade so. Deshalb kann sie nicht über den Preis verhandeln. Sie bezahlt zwei Angestellte, die Miete für das Haus und diverse Versicherungen. Nur halblegale Privatzimmer-Vermieter können billiger sein.

Ich starte um 10:00 Uhr zu den am Mittwoch verpassten „Talaiot des ses Paisses“, der Ausgrabung einer Talaiot-Siedlung aus der Zeit von 1000 vor Christus (!). Es gibt noch ein Zentralgebäude, die Grundmauern mehrerer Häuser und die Reste der Dorfmauer. Diese besteht aus bis zu fünf Tonnen schweren Steinen. Der Eintritt wird erlassen, wenn man seine mail-Adresse hinterlässt – für die Statistik.

Die Radfahrt beginnt auf der Nebenstraße nach Son Servera parallel zur Via Verde, der aufgelassenen Bahnstrecke. Kurz vor dem Ort zweige ich ab zum Meer nach Cala Millor, einem großen Touristikzentrum. Einen kurzen Schauer warte ich unter den Vordächern der zahlreichen Geschäfte ab. Von hier gibt es entlang der Uferpromenade einen durchgehenden Radweg nach S’Illot. Da ich Zeit habe, nehme ich diesen Radweg, muss aber immer wieder den vierrädrigen Tretmobilen ausweichen. Schneller als gedacht bin ich in Cala Morlanda, das schon zu S’Illot gehört. Ich finde dank einer Internetkarte von booking.com das Hotel direkt am Eck der Flussmündung.

Beim Einchecken kann ich um einen Tag verlängern. Ich verpasse aber, auf Halbpension (mit Abendessen für 3 Euro Aufpreis) zu erweitern. Das Zimmer hat leider kein Fenster, lediglich eine Glaswand zum überdachten Innenhof. Das ganze Haus ist einem historischen Kreuzfahrtschiff nachempfunden. Ich habe also eine Innenkabine“. Es gibt zwar eine Klimaanlage – leider zeigen sich im Bereich der Lüftungskanäle sporige schwarze Stellen. Die Rezeption weiß von nichts, will aber die Putzfrau bitten, sich darum zu kümmern. Passiert ist diesbezüglich aber nichts.

Den Nachmittag nutze ich zu einem Ausflug zum benachbarten Portocristo. Es besitzt einen Naturhafen, der sich längs der Flussmündung bis in die Stadt hineinzieht. Die Bebauung liegt links und rechts der Bucht, meist oberhalb der ca. 30 m hohen Steilwände. Der Hafen ist gefüllt mit meist kleineren Booten. Ansonsten ist die Stadt relativ uninteressant. Es gibt aber zwei Ersoski-Märkte und zwei Höhlen, die ich in den nächsten Tagen besichtigen möchte.

Bei der Rückfahrt umgehe ich den eigentlichen Ortskern von S’Illot jenseits des Flusses in rasanter Fahrt mit Rückenwind. Nach dem Abendessen fotografiere ich den beeindruckenden Sonnenuntergang über den Bergen von der Dachterrasse des Hotels aus. Der Abendspaziergang über die Uferpromenade zeigt, dass die Saison sich dem Ende zuneigt. Die Restaurant-Preise sinken. Trotzdem bleibe viele Tische leer.


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