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16. Tag: Pollenca . Port de Pollenca (7 km)
Fr, 18.09.2015


Highlights im teuren Hotel Dresbrull sind einmal die sehr leise Klimaanlage - ich habe selten so intensiv geschlafen, das Frühstück mit frischem Rührei mit Schinken und die kostenlose Gepäckaufbewahrung bis zum Mittag. Außerdem schenkt mir der Wirt 10% des Preises (8 Euro), wenn ich bar bezahle.

Am Vormittag ist der Besuch des Museums "Benassari" geplant. Der Maler hat zeitlebens in Pollenca gelebt und erstaunlich impressionistische Bilder gemalt. Themen sind vor allem die mallorquinische Landschaft und Frauen, in den letzten Jahren auch Fische und unter Wasser schwebende Menschen ?! Über den frühen Tod des Malers (1967 mit 63 Jahren) konnte oder wollte die Museumsaufsicht nichts sagen.

Anerkennung erfährt Benassari erst nach seinem Tod: Ehrenbürger von Pollenca und die Medaille der Balearen-Provinz. Außerhalb von Mallorca ist er nie bekannt geworden, weil seine Bilder wohl nie international zugänglich waren. Eine gruselige Apotheose auf den Tod ist eines seiner letzten Bilder, der Feuertanz: Eine junge Frau tanzt ausgelassen im roten Feuerschein, angefeuert durch den Maler (!), während eine hexenhafte Gestalt nach ihr grabscht. An den Wänden erscheinen im Halbdunkel Totenmasken...

Nach dieser kulturellen Exkursion starte ich zur kurzen Fahrt ans Meer. In der Pension "Bellavista" habe ich ein Zimmer für 40 Euro vorbestellt, schon bei der gestrigen Telefonaktion. Es liegt - leicht alternativ - in einer Seitenstraße. Die Villa ist nur wenig renoviert, mein Bad liegt auf dem Gang gegenüber. Im Garten ist ein veganes Restaurant aktiv. Es gibt eine wunderschöne Terrasse und eine Art kleiner Selbstkocherküche mit Kühlschrank, Wasserkocher, Toaster.

Mein Vorderradmantel hat nun lange genug gehalten. Im örtlichen Fahrradladen erwerbe ich einen teuren Schwalbe-Reifen mit Pannenschutz (36,50 Euro). Für den Preis wird er dann kostenlos montiert.

Nach einem kurzen Mittagspicknick auf der Terrasse starte ich zur Wanderung an die "Cala Bouquet", eine idyllische Felsenbucht, die nur zu Fuß erreichbar ist. Sie erlaubt grandiose Ausblicke auf die karstigen Ausläufer der Tramuntana. Hier unten verweile ich lange, bis die Abenddämmerung zum Rückweg ruft.

Beim Abendessen auf der Terrasse komme ich mit einem älteren Engländer aus Birmingham ins Gespräch. Er gönnt sich immer mal wieder kurze Fahrradferien, die er im Sattel eines Rennrads verbringt. Sein Traum ist eine Reise nach Südamerika: Argentinien, Chile. Seine Tochter studiert Deutsch fürs Lehramt in Tübingen. Seine Frau arbeitet auch in der Schule.


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