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Die Nacht in dem alten Gemäuer lebt von Ungeziefer. Kleine, den Gewitterfliegen ähnliche Krabbeltierchen kriechen mir über die Haut. Sie lösen zwar nur einen Juckreiz aus, lassen sich aber nicht vertreiben. Auf einem weißen Handtuch sind sie mit bloßem Auge sichtbar, lassen sich aber nicht vernichten: sie springen weg und sind erstaunlich druckresistent. Am Morgen hat sich im Wandschrank eine Ameisenstraße zu meinen Lebensmitteldosen gebildet. Zum Glück sind die Dosen aber dicht gegenüber Krabbeltieren.
Als Frühstück gibt es zwar ein Buffet - aber es hält keinem Vergleich mit dem Hotelbuffet gestern stand. Zumindest lockert die Wolkendecke von gestern auf. Die Fahrt beginnt nur noch mit einer kurzen Steigung. Dann geht es 300 Höhenmeter abwärts nach Soller. Die Bremsen leisten gute Arbeit, auch in den sehr steilen Serpentinen.
Im Hostel Nadal hatte ich für Freitag und Samstag gebucht. Ich kann verlängern bis Montag. Hier kostet das Zimmer nur 23 Euro + 6.50 Euro fürs Frühstück. Vom Fenster meines Zimmers überblicke ich den ganzen Talkessel, in dem Soller liegt, ein fantastischer Ausblick - endlich ein schönes und preiswertes Zimmer !
Zuerst hole ich den Besuch der Miro- und Picasso-Sammlung im Erdgeschoss des Bahnhofs nach. Ein ehemaliger Angestellter der Bahn zeigt hier Teile seiner Privatsammlung. Beeindruckend sind die Gesichtsskizzen, die Picasso auf verschiedenen Keramikobjekten (Teller, Fliesen, Vasen,...) hinterlassen hat. Miros bunte Bilder sind voller kryptischer Symbole, die auf einem großen Plakat erst erläutert werden müssen.
Nach der Mittagspause starte ich zum Großeinkauf im örtlichen BIP-Supermarkt - endlich gibt es wieder günstige Preise für Sprudelwasser. Die Schätze werden in den Schubladen des Schranks in meinem Zimmer verstaut - natürlich ameisensicher verpackt.
Port de Soller ist mein Nachmittagsziel- dort wo die historische Straßenbahn hinfährt. Ich nehme das Rad für die 3 km. An der Strandpromenade staune ich über die moderne Schienenstruktur der Bahn, eingelassen in die Pflasterung des Fußwegs. Nur am Bahnhof liegen noch die etwas verbeulten Weichen zum Lokwechsel. Im Hafen liegen hunderte von kleinen Yachten und Seglern. Ausflugsboote starten zur Küstenerkundung.
Im weichen Abendlicht kehre ich zurück ins Hostal. Nach der Dusche im gemeinsamen Etagenbad genieße ich selbstgemachte Tapas mit dem frischen Brot und den Schätzen meines Einkaufs.
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