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Um 7:00 Uhr stehe ich auf, frühstücke im Zimmer und beginne, meine Utensilien auf die vier Fahrradtaschen zu verteilen. Vor allem die Küchenutensilien und die Vorräte, die sonst in einer Sporttasche quer zu den hinteren Seitentaschen verschwinden, müssen nun verteilt werden. Die wasserdichten Plastiktüten mit den Kleidern bleiben im Rucksack, der dann quer auf dem hinteren Gepäckträger liegt.
Beim zweiten Versuch ist alles verstaut - allerdings nicht so leicht zugänglich wie sonst. Ich erschrecke über das Gewicht, das auf dem Hinterrad lastet. Zum Glück besitzt es einen neuen Mantel mit Pannenschutz.
Ich starte auf der Uferstraße nach Weste in Richtung Andratx. Leider weisen alle Wegweiser auf die Autobahn. Die - noch existierende - Straße durch die Dörfer ist nicht oder nur zum unmittelbar nächsten Ort ausgeschildert. Hinweise zu dem zum Teil sehr gut ausgebauten Radweg fehlen.
Über Palmanova - Santa Ponca - Peguera erreiche ich schließlich doch noch die Hauptstraße nach Andratx. An einer Stelle hilft mir ein englisches Radlerpaar, um den Radweg parallel zur Autobahn zu finden. Den Anschluss am Ortsrand von Santa Ponca erreiche ich erst im dritten Anlauf - nach Hinweisen von einem Einheimischen.
In Peguera durchfahre ich die sehr geschäftige Einkaufsmeile gegen die Einbahnregelung - teils auf dem Gehweg, teils schiebend. Am Ortsausgang führt eine starke Steigung zum Anschluss an die Schnellstraße M1, die zweispurige Fortsetzung der Autobahn nach Andratx. Nur schiebend erreiche ich den Scheitelpunkt der verkehrsreichen Straße. Einen Seitenstreifen gibt es nicht, da wegen der Steigung drei Fahrspuren ausgewiesen sind. Unangenehme Erinnerungen an eine ähnliche Situation in Polen mahnen zur Vorsicht. Wenigstens gibt es hier keinen Schwerverkehr.
Nach entsprechend rasanter Abfahrt ins Tal nach Port Andratx zweigt das kurvige Sträßchen nach Sant Elm ab. Noch einmal geht es über einen ca. 200 m hohen Pass - den muss ich morgen wieder auf der Weiterfahrt zurück nehmen. Im Hostal Dragonera werde ich schon erwartet. Ich hatte heute morgen noch angerufen - nach mehreren Fehlversuchen gestern Abend. Die Landesvorwahl 0034 für Spanien hatte ich vergessen.
Das Einzelzimmer kostet zwar 50 Euro, dafür gibt es ein traumhaftes eigenes Bad und eine Liegeterrasse direkt über dem Meer mit Blick auf die Bucht und die Insel Dragonera. Dort verfasse ich gerade die letzten beiden Tagebucheinträge.
Der Abendspaziergang ist der Natur gewidmet. Nur wenige Hotels aber viele Ferienwohnungen säumen die Bucht. Einmalig ist das Farbenspiel, wenn die Sonne hinter de Insel Dragonera untergeht.
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