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12.Tag: Dienstag, 8.10.2002
Tropea (Bahnreise)


Zuerst muss das Fahrrad wieder repariert werden. Gleich kurz nach 8:00 Uhr fahre ich zum "Barbaro" und warte. Gegen 9:00 Uhr trifft der Meister ein. Zusammen mit seinem jungen Mechaniker macht er ein bedenkliches Gesicht. Eine Ersatzgabel muss erst in Mailand bestellt werden. Das dauert 10 - 11 Tage. Gerade biegen könnten sie die Gabel auch nicht - dazu fehlt ihnen das Werkzeug. Ich bleibe stur, stelle in Erwägung, dass ich so nicht weiterfahren kann. Auch die Alternative, zum 8 km entfernten Rosarno zu fahren, muss ich ablehnen. Schließlich erbarmen sie sich. Sie wollen selbst Hilfe von einem externen Mechaniker holen.

Zuerst will ich aber das Hotel wechseln. Die letzte Nacht war sehr laut und teuer ! Also wird nochmals das gesamte Gepäck auf das Fahrrad mit der schräg stehenden Vordergabel geladen und mutig zum ca. 1 km entfernten Hotel Florino gefahren. Dort werde ich schon freundlich erwartet, da ich gestern schon den Hotelwechsel angekündigt hatte. Dann wird das Fahrrad bei Barbaro vor die Tür gestellt. Der freundliche Abschied ist mit der Hoffnung verbunden, die Vorderradgabel könnte bis heute Abend gerichtet sein...

Ich möchte heute Tropea an der "Costa degli Dei" besichtigen - notgedrungen mit dem Zug. Die Rückfahrkarte für die 40 km kostet nur 4.50 Euro , kalabrische Tarife. In der Stunde bis zur Abfahrt des Zuges um 11:27 Uhr versuche ich wieder einmal, eine Fahrradkarte und eine Reservierung für den Zug nach Hause zu bekommen. Trotz eifrigem Wälzen im Kursbuch und verschiedenen Versuchen am PC versucht mir die freundliche Dame am Schalter glaubhaft zu machen, sie könne keine internationale Fahrradkarte ausstellen. Erst die Hilfe eines Kollegen bringt sie dazu, auf mein Drängen sogar von Goia Tauro nach Mannheim eine solche zu drucken. Sie wundert sich selbst, warum diese Karte in Deutschland 10.00 Euro in Italien aber 12.30 Euro kostet. Es bleibt noch viel zu tun im vereinten Europa...

Tropea liegt wunderschön auf einem Felsen mit mehreren vorgelagerten Badebuchten und der "Isola Bella" - einer Felseninsel, auf der eine Kapelle tront, darunter hindurch führt eine vom Wasser ausgewaschene Grotte. Nach genüsslichem Rundgang durch die Altstadt komme ich so rechtzeitig zurück, dass ich "Barbaro" noch vor 19:00 Uhr erreiche.

Da Wunder ist geschehen - die Gabel ist gerichtet, das Rad läuft wieder. Nach einigem Plausch über Deutschland und Barbaros Freunde in Frankfurt kostet das Ganze dann den Phantompreis von 12 Euro - den ganzen Vormittag hätte sich der Mechaniker damit befasst. Naja, Hauptsache es geht weiter...

Zufrieden gehe ich früh ins Bett. Morgen will ich 5:35 Uhr bereits zu einer großen Bahntour starten.


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