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Der Morgen weckt mich wieder mit strahlendem Sonnenschein. Zum selbst gemachten Frühstück im Zimmer gibt’s jede menge Obst: Melone, Trauben, Banane. Der Getränkevorrat schrumpft auf zweimal 1,5 l Sprudel.
Ich starte auf der Straße, auf der ich gestern gekommen bin über die Rhone zurück auf die D86. Bis Tournon ist sie relativ stark befahren, obwohl parallel die N7 und die Autobahn A7 verlaufen. In Tournon zweige ich ab in die Innenstadt: großzügige Plätze und eine verwinkelte Altstadt wie bei allen Orten an der Rhone. Ich suche die „Chemin de Fer de Vivarais“. Die Wegweiser schicken mich ins Seitental. Die Brücke der Hauptbahn mit dem Dreischienengleis ist durch eine neue Stahlkonstruktion ersetzt. Im Bahnhof St-Jean-de Muzols fehlen fast alle Schienen – ein moderner Schotterwagen verrostet dort. Die Bahn ist offenbar verkürzt auf einen Teil oberhalb von Tournon.
Mittagspause mache ich im nächsten größeren Ort Sarras – der letzte auf der heutigen Etappe mit einem Lebensmittelmarkt. Die Gelegenheit, Wasser nachzukaufen, verpasse ich aber. Schneller als erwartet bin ich danach in Serrières. Schon an der Zufahrt zur Rhone-Brücke ist „Gites des Oves“ ausgeschildert. In Serrieres wälzen sich schwere Vierzig-Tonner aus Annonay zuerst die steile Bergstraße hinunter, dann über die schmale, historische Hängebrücke. Gleich nach der Rhonequerung geht’s auf die Insel (D4) und weiter auf schmaler Straße parallel zum Rhoneradweg. Die letzten Kilometer sind ein asphaltierter Feldweg.
Das Gästehaus ist Teil eines ehemaligen Bauernhofs – ein anderer Teil dient als Wanderherberge, der neuere Teil bietet „Chambre d’Hote. Ich beziehe das schönste Dreibettzimmer im Haus, weil ich bis jetzt der einzige Gast bin. Gut ausgerüstet ist das Haus für Familien mit kleinen Kindern – die Ferien in Frankreich sind aber vorbei. Ich nutze die Zeit, endlich die Nähte an meiner Satteltasche fertig zu reparieren.
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