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Beim Frühstück heute morgen lerne ich einen jungen Musiklehrer aus Rottweil kennen, der eine Privatmusikschule eröffnet hat, weil Baden-Württemberg wohl keine verbeamteten Musiklehrer mehr einstellt, sondern Aushilfskräfte nutzt.

Der Weg zur katholischen Kathedrale St. Joseph - auch San Diego ist Bischofssitz - führt mich über Umwege erst zum Balboa Park. Ein älterer Priester predigt über "committment" - Entscheidungen zum Beruf, zur Kirche, zur Ehe, die nur mit Gottvertrauen gelingen. Ansonsten ist die Messe eher trocken. Nachher bekomme ich noch den Schluss der "First Presbyterian Church" mit - große Orgel, großer Chor, konzerthallenähnliche Kirche - beeindruckend.
Der in den 70iger Jahren entstandene Balboa Park beinhaltet an der Straße "Prado" eine beeindruckende Sammlung von Museen, die zum großen Teil mit altspanischen Fassaden versehen wurden, obwohl erst vor 30 Jahren entstanden. Man will offenbar etwas vom Flair Madrids abkupfern. Gleichzeitig findet das jährliche Dance Festival statt mit kostenlosen Auftritten auf einer offenen Bühne und im Prado-Theater. Ich bekomme einen vielseitigen Eindruck von den modernen Tanzformen der USA: draußen vor allem HipHop und JLO, drinnen (ab 18:30 Uhr) eine beeindruckende Vielseitigkeit zwischen kreativen Pantominmen und klassischem Ballett mit viel Akrobatik und immer wieder HipHop. Sehr überrascht bin ich über die tänzerische Umsetzung des Mozart-Requiems. Die Tanzformen begleiten jedoch vor allem die prägnante Rhytmik der Stücke, nicht den (lateinischen) Inhalt.

Große Teile des Nachmittags verbringe ich in der "größten" Modellbahnausstellung der USA: Fünf gigantische Anlagen in N, HO und O füllen den Keller eines der Museen mit Streckenentwicklungen, die den realen Strecken um Los Angeles und San Diego nachempfunden sind und mit gigantisch langen Zügen. Die Landschaftsgestaltung (inclusive 3 m tiefer Schluchten und 2 m hoher Trestle-Brücken) ist vom feinsten. Wenn ich die Texte richtig verstanden habe, ging von hier in den 40iger Jahren die Gründung der NMRA aus, des bis heute weltweit führenden Verbandes zur Normung von Modellbahnen - beeindruckend für den Fachmann wie für den Laien. Zwischendurch besuche ich noch das (kostenlose) Timken-Museum, in dem - mal wieder - diverse Privatsammlungen ausgestellt sind. Timken selbst ist wohl im 19. Jahrhundert aus Deutschland ausgewandert und hat in USA eine Kutschenfabrik gegründet. Später ist er reich geworden mit der Produktion von Rollern. Auch hier hängt natürlich mindestens ein Rembrandt, Rubens und van Hals...
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