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Es fällt schwer, aus dem weichen Bett aufzustehen. Kurz vor 8:00 Uhr packt mich dann doch der Tatendrang - meine beiden Zimmergenossen schlafen noch.
Das Haus besitzt noch Reste eine Jugendherbergsausstattung - bis vor drei Jahren war es noch offizielles Hostel International. In der Küche fehlt aber der Herd. Also nutze ich meinen Gasbrenner für den heißen Tee zum Frühstück. Beim Aufladen des Gepäcks fällt mir auf, dass sich die vier Befestigungsschrauben des Gepäckträgers gelockert haben - also das Werkzeug aus den Tiefen der Satteltasche ausgraben und Schrauben nachziehen. Die Profis (?!) in Seattle haben eine elastische Zwischenscheibe vergessen. Kurz vor 10:00 Uhr kann ich schließlich starten.
Der Himmel ist wolkenverhangen und ich kämpfe heute gegen einen zunehmenden Gegenwind. Der Anfang der Strecke bis Port Orford ist eintönig, weil er nur im Hinterland verläuft. Erstaunlich viele Trucks überholen heute - leere dreigliedrige (!) Kies-Trucks und beladene Holz-Trucks. Erstaunlicherweise sehe ich in der Gegenrichtung genauso viele leere Kies-Trucks und beladene Holz-Trucks fahren. Wird hier nur ein künstlicher Kreisverkehr erzeugt ?
Von Port Orford führt eine steile Seitenstraße zur ehemaligen Küstenwachstation. Dort gibt es schöne, ruhige und windstille (!) Picknickbänke und einen Rundweg (Trail) oberhalb der Steilküste, der stark an die Klippenwege in Cornwall erinnert. Der verhangene Himmel verleiht den Klippen und den aus dem Meer ragenden Felsen einen mystischen Ausdruck. Nicht umsonst war dieser Küstenabschnitt bei den Seeleuten gefürchtet und forderte im 19. und frühen 20. Jahrhundert viele Opfer.
Der letzte kurze Abschnitt zum State Park führt wieder an der vordersten Küstenlinie entlang. Der Gegenwind nimmt jetzt patagonische Ausmaße an: Auch bergab muss ich nachtreten. Zum Glück ist der Park bald erreicht. Ich teile einen wunderschönen Hiker Biker Platz mit Allen, dem Zimmergenossen von gestern. Nach und nach trudeln weitere Küstenradler ein, die entlang der Oregon Coast nach San Francisco fahren wollen. Am Abend kochen Allen und ich ein gmeinsames Essen: er steuert Nudeln, Käse, Tomatensoße, ich Bouillion, Schinken und den Kocher bei. Allen zieht sich schon um 19:00 Uhr in seine Hängematte zurück. Auch ich lege mich ins Zelt und schlafe sofort ein.
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