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Die Nacht ist kalt, aber vom Rauschen des Pazifik begleitet. Im warmen Schlafsack kann ich angenehm schlafen. Nach Einräumen und Frühstück bin ich um 9:00 Uhr endlich startklar.
Ein größerer Anstieg auf 300 m erwartet mich gleich zu Anfang. Die Straße ist wieder so gut wie autofrei. Bei der Abfahrt durchquere ich eine merkwürdige Sanddünenlandschaft, die sich weit ins Tal hineinzieht und heute am Samstag von einer großen Zahl Vierradmotorrädern zerpflügt wird. Bis Pacific City folgen noch einige kleinere Aufs und Abs, um 11:00 Uhr durchfahre ich den sehr touristischen Ort. Der große RV-Park (150 Plätze) hätte auch einen kleinen Biker-Zeltplatz gehabt.
Kurz hinter dem Ortsausgang trifft die Küstenroute wieder auf die breite 101. Sie ist wenig befahren, besitzt einen breiten, fast glasfreien Seitenstreifen und so angenehme Steigungen, dass sogar ich nicht mehr schieben muss.
Hinter Neskown (1 Golf Resort + 1 Grocery) zweigt die alte Hwy 101 von der neu trassierten ab und verläuft lange durch ein malerisches Tal bis sie den Höhenrücken überquert. Sie ist absolut autofrei und führt durch einen Bilderbuchwald, der dem in den State Parks nur wenig nachsteht. Nach dem langen Abstieg treffe ich auf die Hwy 18, dann wieder 101 nach Lincoln City. Ein durchgehender Urlauberstau begleitet mich über diese 8 Meilen. Wie gut, dass es den Seitenstreifen gibt - diesmal bin ich schneller als die Autokolonne. Gleich am Eingang von Lincoln begrüßt mich ein Safeway. Also kann ich meinen geschrumpften Proviant wieder auffrischen - vor allem Getränke. Gleich am Strand von Lincoln mache ich Mittagspause in einer windgeschützten Ecke.
Die Ortsdurchfahrt offenbart einen reinen Touristenort mit riesigen, nur zweistöckigen Hotelanlagen. Erstaunlicherweise sind alle ausgebucht ! Das begründet die Autokolonne der Wochenendausflügler an den Pazifik...
Eine stark befahrene vierspurige Ausfallstraße führt mich wieder aus der Stadt. Erst in Depot Bay werden die Meeresblicke wieder schöner. Dieser Ort hat sich ganz auf "Wale Watching" spezialisiert. Natürlich ist heute kein Wal zu sehen. Sehr idyllisch wird die Straße nochmals auf der Otto Crest Loop. Dies ist die alte 101 unterhalb der neuen, die wegen Erdrutschgefahr nur noch für Radfahrer und Fußgänger zugelassen ist. Nach kurzer Weiterfahrt auf der 101 komme ich am Beverly Beach State Park vorbei, den Metzger als Tagesetappe empfohlen hat. Eigentlich wollte ich ins Hostel nach Newport - das könnte heute am Samstag aber ausgebucht sein. So finde ich trotz ausgebuchtem Campground einen Platz in der völlig leeren Hiker Biker Area für 4$. Er liegt auf einer Waldlichtung umgeben von riesigen Schachtelhalm-Stauden, die fast wie die Papyros-Pflanzen aus Siracusa in Sizilien aussehen.
Am Abend treffen noch zwei junge Amerikaner ein. Sie wollen von Portland nach San Francisco radeln. Für sie ist es die erste längere Bike Tour.
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