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1. Tag: Böhl-Iggelheim - Seattle (Delta Airlines)
Mi, 23.07.2003


Meine Frau bringt mich zum Flughafen Frankfurt. Beim Delta-Schalter stehen schon zwei Stunden vor Abflug lange Schlangen. Bei vielen Passagieren gibt es Probleme:

Dann klappt es doch noch mit der Boarding Card. Neben mir diskutieren aber "Liegengebliebene" ob sie sich für 2500 Euro ein Business-Class-Ticket nach New York leisten sollen.

Im Flughafen JFK in NY erfahre ich eher zufällig, dass ich mein gesamtes Gepäck erst entgegennehmen, durch den Zoll schieben und dann wieder einchecken muss. Zum dritten Mal werden ich und mein Handgepäck durchleuchtet.
Beim Warten auf den Anschlussflug (er hat am Ende 2 Stunden Verspätung) lerne ich eine junge Familie aus Sonneberg/Thüringen kennen. Sie wollen die gleiche Radtour unternehmen wie ich, die kleine Tochter fährt beim Vater auf dem Tandem mit. Trotz der hohen Kosten haben sie beide Räder bei Delta eingecheckt (180 Euro (!!) einfach). Sie wundern sich umgekehrt über meinen Mut, in Seattle erst ein Fahrrad besorgen zu wollen.

Kurz nach 22:00 Uhr sind wir endlich in Seattle. Der Mount Regnier schimmert beim Landeanflug noch schneebedeckt im Abendrot. Ich nehme eine weitläufig ins Grüne eingebettete Stadtlandschaft wahr.

Nachdem nach kurzer Schrecksekunde - das Gepäckband hält schon an, bevor meine Satteltasche angekommen ist - schließlich doch Seitentaschen und Rucksack gefunden sind, suche ich die Bushaltestelle: Am äußersten Ende der Zubringerstraße - schon im Baustellenbereich - fährt der Stadtbus nach Down Town - für 1.25 $ , den ganz normalen Tarif.
An der Haltestelle begegne ich einer jungen Schweizerin, die 3 Monate lang mit dem Rucksack durch die USA und Canada reisen will: Sie kommt heute aus New York - das Klima war ihr dort zu schwül. Zusammen erleben wir eine abenteuerliche Busfahrt : Wegen großer Verspätung kürzt die Fahrerin über den Highway ab und braust mit 60 mph mit dem Gelenkbus der Stadt entgegen.

Kurz nach 23:00 Uhr sind wir im Hostel International in der Union Street und können auch um diese Zeit noch problemlos einchecken. Ich liege in einem Vierbettzimmer mit eigenem Bad. Dafür kostet es auch 26$ pro Nacht.

Ein kurzer Nachtspaziergang führt mich noch zum Fähranleger. Dort nehme ich die Info für die Fähre nach Bremerton mit, wohin ich am Samstag starten möchte. Das Fahrrad mitzunehmen kostet nur 1$ Aufpreis.
Erschöpft aber erregt lege ich mich um 1:00 Uhr ins Bett. Eigentlich ist es für meinen Körper jetzt 10:00 Uhr vormittags. Kein Wunder, dass die Nacht sehr quälend wird.


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