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| Die erste Etappe durch Washington | Mo, 28.7.2003 |
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Hallo liebe Reisefreunde,
Der Verkehr in der Großstadt ist natürlich gewöhnungsbedürftig. Dennoch
verhalten sich die Autofahrer gegenüber Radfahrern sehr rücksichtsvoll. Bei
der Vorfahrt werde ich gleichberechtigt anerkannt, beim Überholen hält man
ausreichend Abstand.
Die Stunde der Wahrheit kam aber am Samstag. Das gesamte Gepäck musste auf den einen hinteren Gepäckträger verladen werden (Seitentaschen, Rucksack, Zelt, Tagesrucksack). Das ist eindeutig zu viel und zu schwer - es fehlt aber ein Vorderradträger - und zurücklassen kann ich auch nichts. Mit einer Gepäckspinne wird alles gut verzurrt - es hält. Die ersten Meter zur Fähre lassen sich fahren, an die hohe Ladung und den verlagerten Schwerpunkt muss ich mich gewöhnen.
Meine erste Etappe führt nach nur etwa 40 km zum Twahno State Park Camp
Ground am Hood Canal, einem weit ins Land hineinreichenden Seitenarm der
Meeresbucht. Dort können Hiker und Biker für 8$ übernachten, für andere kostet
es 16$ - dafür aber mit riesigen Stellflächen für bis zu 4 Zelte.
Mit gemischten Gefühlen starte ich zur nächsten Etappe, mein Führer
empfiehlt im nächsten Ort Shelton nur Unterbringungen ab 50$. Bei der
Mittagspause in Shelton entdecke ich jedoch , dass 30 km weiter, in Elma, eine kleine
JH verzeichnet ist (14 Betten), hoffentlich finde ich dort noch Platz.
Über einige steile Passagen (Maximalhöhe jedoch nur 150 m) komme ich wegen der Hitze
ermattet in Elma an. Dort kennt niemand, den ich frage, eine JH (Hostel
International). Ein Polizist hilft mir weiter: Außerhalb des Ortes liegt eine kleine
Villa, die 3 Zimmer als Hostel vermietet. Nach der Beschreibung finde ich sie
sofort, werde herzlich begrüßt von einem älteren Ehepaar, beide
Motoradfreaks (BMW neuester Bauart !!!) und kann allein (!!!) im Sechsbettzimmer
übernachten. Die Dusche teile ich mit den Hauseigentümern. In der Hostel-Küche
kann ich endlich warm kochen - es ist mir bis heute noch nicht gelungen eine
Gaskartusche für meinen Kocher zu finden.
Heute starte ich nach einem schönen Frühstück mit selbstgekochtem Tee und Brot und einer Banane zuerst nach Centralia. Auf ruhigen Nebenstrecken führt die Route durch weites Farmland in einer Flussniederung. Ein kurzer Abschnitt auf der Hwy 12 leert mich, diese Straßen nicht freiwillig zu nutzen. Der Seitenstreifen ist zwar asphaltiert, aber oft übersäht mit Glassplittern. Die vorbeirauschenden Trucks sind oft dreigliedrig mit bis zu 10 Achsen... Durch Zufall habe ich jetzt vor der örtlichen Bibliothek Mittagspause gemacht. Auf der Suche nach einer Telefonzelle fand ich diesen kostenlosen Internetzugang. Soviel für heute Grüße aus Centralia WA Joachim
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