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Ein heftiges Gewitter beendet den gestrigen Tag - aus der Perspektive einer warmen Wohnung. Ich genieße den Fernsehabend - eigentlich etwas zu lange - und schlafe in einem großen Doppelbett.
Am Morgen ist es weiter grau und wolkenverhangen - aber trocken. Ich starte nur kurz auf der SP 7. In Ilia beginnt eine schöne Nebenstrecke über Soimus nach Deva. Dies war wohl die ehemalige Hauptstraße und hat daher einen relativ guten Belag. In Deva stoße ich wieder auf die - jetzt vierspurige - SP 7. Die Lkws rasen darauf durch die Stadt. Ich suche die alte Ortsdurchfahrt. Am Bahnhof finde ich einen großen Billa-Supermarkt, um meine Vorräte aufzufrischen.
Bis Simeria bleibe ich auf der SP 7. Dort zweigt wieder eine Nebenstraße bis Geoagiu ab. Diese ist mit EU-Mitteln erneuert worden, lässt sich wunderbar befahren. Die Bergpanoramen an den Rändern des -immer noch sehr breiten - Mares-Tales werden immer beeindruckender. Die nur mit Wiesen und Buschreihen bewachsenen Hänge erinnern an England.
Geoagiu holt mich dann in die rumänische Wirklichkeit zurück. An den Ufern des Dorfbaches herrschen afrikanische Verhältnisse: Hütten mit Lehmboden, zertrampelte Erde bis hinunter zum Flusslauf, Vieh und Kinder. Ich bin froh, die Stadt unbehelligt verlassen zu können.
Laut Landkarte soll die Nebenstraße weiter führen bis Vintu. Sie hört aber nach ca 5 km auf und führt nur als Dreckpiste weiter. Also heißt es umkehren und wieder auf die SP 7 zurück. Dort herrscht die übliche Lkw-Rasrei. Nach 2 km aber entdecke ich den Hinweis zum "Camping Aurel Vlaicu" - unter holländischer Leitung (!). Den hatten die Leipziger empfohlen. Also beende ich die Tour heute früher als sonst.
Zu meiner Überraschung treffe ich auf dem Platz zwei deutsche Radler, die ebenfalls auf
dem Weg zum schwarzen Meer sind: Udo aus Köln, pensionierter Bundeswehr-Offizier (58) und
Michael aus dem Saarland, wegen Staublunge frühpensionierter Bergmann (49). Udo radelt mit
tiefliegendem Liege-Dreirad
und Gepäckanhänger. Beim gemeinsamen Essenkochen gibt es viel
zu erzählen: Udo fährt nach GPS-Navigationsgerät und hat ein Reise-Laptop dabei für die
Dokumentation der Bilder und der täglichen Route. Beide haben sich übers Internet
zusammengefunden zu dieser gemeinsamen Reise.
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