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48. Tag: Swellendam - Heidelberg (52 km)
So, 19.02.2012


Für heute habe ich ein Guest House Zimmer in Riversdale 82 km von Swellendam gebucht. Dorthin zu kommen verhindert aber die extreme Hitze.

Nach einem frühen Frühstück um 7:00 Uhr bin ich um 8:00 Uhr im katholischen Gottesdienst der St. Patrick’s Church in Swellendam. Der tiefschwarze Priester leitet die Messe sehr lebendig und laut redend, eine Mikrofonanlage ist daher unnötig. Die größtenteils deutschen und englischen Kirchenlieder werden lautstark mitgesungen. Ein Klavier genügt als Begleitung. Bei den Fürbitten tragen Menschen aus den Bankreihen ihre Anliegen in den einheimischen Sprachen vor. Dass heute Fastnachtssonntag ist, wird mir bewusst durch den Hinweis auf die demnächst beginnende Fastenzeit. Auf vorbereiteten Kärtchen soll man seine guten Vorsätze eintragen und eine Kopie für die Fastensonntage in einen anonymen Kasten werfen. Kommunion gibt es mit Brot und Wein für alle. Auch hier wird noch  Mundkommunion praktiziert. Die Asche für das Aschermittwochskreuz wurde durch Verbrennen der am Palmsonntag geweihten Strohkreuze gewonnen. Leider führt die lange Messe dazu, dass ich erst um 9:45 Uhr fortkomme. Die Wirtin spekuliert schon darauf, dass ich einen Tag länger bleibe.

Die N 2 ist zunächst nur mäßig stark befahren. Das ändert sich aber bis zum Nachmittag aufgrund des Wochenendrückreiseverkehrs und des einsetzenden LKW-Schwerverkehrs. Es ist glühend heiß auf dem Asphalt. Die vorbeifahrenden Autos werfen zusätzliche Hitzewellen ab. Wieder gibt es lange Steigungen uns Gefälle. Sie fallen mir heute sehr schwer. Der anfängliche Rückenwind dreht sich gegen Mittag zu einem zunehmend heftigen Gegenwind. Backofenheiße Luft bläst mir entgegen.

Das eigentliche Problem beginnt aber damit, dass nach der dritten Pause nach 40 km mein Wasservorrat erschöpft ist. Außerdem ist es bereits kurz vor 16 Uhr. Meine Hoffung setze ich auf das noch 10 km entfernte Heidelberg, eigentlich ein unbedeutender Ort an einer abzweigenden Nebenstraße. 3 km vor dem Abzweig rettet mich ein Farmshop mit Coffeestop. Dort wird meine Trinkflasche mit Leitungswasser gefüllt. Zusätzlich erstehe ich eine 1,5 Literflasche gekühltes Mineralwasser für 16 Rand. Sie wirkt wie ein Geschenk des Himmels auf den durstigen Körper. Im Shop erhalte ich außerdem die Telefonnummer für eine Guest House in Heidelberg: "Aan de Kannal". Hier bekomme ich für 300 Rand ein klimatisiertes Doppelzimmer mit eigener Dusche und WC.  In dem gekühlten Raum erholen sich die Lebensgeister. Außerdem gibt es kostenlos Tee mit Milch und Gebäck. Nach der ausgiebigen Dusche ist dann Zeit zum Tagebuchschreiben und Entspannen. Für das Abendessen habe ich noch genügend Vorräte, nachdem das Trinkwasserproblem gelöst ist.


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