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27. Tag: Royal Natal National Park - Malealea (Lesotho) (Safari)
So, 29.01.2012


Heute ist wieder Reisetag. trotzdem brauchen wir erst um 6.30 Uhr zum Frühstück zu erscheinen. So bleibt Zeit, mich mal wieder zu rasieren und den Rucksack neu zu packen. Allerdings sind unsere Damen dann so schnell beim Abräumen des Frühstücks, dass kaum Zeit für ein Müsli und zwei Scheiben Marmeladenbrot bleibt.

Die Fahrt beginnt wieder mit der Rückkehr zur R 74 in Richtung Harrismith. Zuerst fahren wir am riesigen Sterkfontain Dam entlang, der Johannesburg und Durban mit Trinkwasser versorgt. Kurz vor Harrismith biegen wir auf die R 712 nach Clarens ab. Sie führt durch ein fantastisches Sandsteingebirge mit hoch aufragenden Felstürmen und tiefen Canyons. An einem Aussichtspunkt kann man den Fotostandpunkt auf einem überstehenden Felsen wählen. Nach kurzer Kaffeepause in Clarens geht es weiter nach Ficksburg. Dort kaufen wir Vorräte für zwei Tage ein. Dann führt uns die R 26 weiter zum Grenzübertritt nach Lesotho.

Die Formalitäten sind wie in Swaziland: Ausreisestempel aus Südafrika, Einreiseformular für Lesotho, dann Grenzübertritt im Safaribus. Eine lange Menschenschlange wartet auf die Ausreise aus Lesotho. Offenbar sind es Leute mit Arbeit in Südafrika, die nach dem Wochenende wieder zurückfahren nach Südafrika. Eine Unzahl von Minibussen wartet darauf, sie zu ihren jeweiligen Arbeitsstätten zu bringen.

Die Stadt Maseru am Eingang strotzt von Fehlplanung: Die noch existierende Eisenbahn nach Südafrika ist stillgelegt. Stattdessen wurden autobahnähnliche, vierspurige Straßen gebaut mit Betonfußgängerbrücken, die keiner benutzt. Tiefe Querrinnen in der Fahrbahn zwingen ohne Vorwarnung zum abrupten Abbremsen, wenn man einen Achsschaden vermeiden will. Außerhalb der Hauptstadt ist die Straße wieder normal zweispurig asphaltiert. Allerdings gibt es in den Ortschaften - zum Teil mehrfach - Fußgängerüberwege mit massiven Schwellen, die zum Schritttempo zwingen. In Motsekuoa zweigen wir ab auf eine anfangs asphaltierte, bald aber tief zerfurchte Erdstraße nach Malealea. Über den "Paradiespass" gelangt man nur auf einem abenteuerlich steilen Weg.

Das Camp Malealea hat eine Lodge, die aus einheimischen Hütten besteht, gemauert aus Naturstein mit Lehmputz außen und einem Reetdach. Das ergibt eine sehr angenehme Innenatmosphäre, sodass die Temperatur trotz starker Sonnenstrahlung nicht zu hoch wird. Ich wohne wieder mit Eike in einem Zweierzimmer.

Den Tag über fühle ich Fieber in mich aufsteigen und eine merkwürdige Schlaffheit. Meine Befürchtungen, es könnte Malaria sein, werden von den Guides aber zerstreut. Das ginge mit heftigen Kopfschmerzen und sehr viel höherem Fieber einher. So genieße ich am Abend beruhigt die Vorführung eines einheimischen Chores und einer jugendlichen Musikband, die ihre Instrumente aus alten Öldosen selbst gebaut hat. Zu den afrikanischen Rhythmen wird eifrig getanzt.


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