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8. Tag: Gugnasco - Omegna
Do, 27.3.1997


Italien will ich heute erreichen, das Zielland meiner Reise.

Nach einem gepflegten Schweizer Frühstück beginnt die Tour entlang des Lago Maggiore. Schon am Ortseingang von Locarno wechsle ich auf die Uferpromenade, die mich verkehrsfrei bis ins Stadtzentrum führt. Der Versuch, von dort weiter am See zu fahren, endet am Mündungsdelta der Maggia. Auf dem recht holprigen Dammweg kämpfe ich mich bis zur Straßenbrücke nach Ascona flussaufwärts. Die Ortsdurchfahrt Ascona verrät einen Ort für Nobeltouristen. Nach kurzer Rast am alten Ortszentrum direkt am See folge ich dem Radweg (!) zur Uferstraße. Dort mündet der aufwendige Umgehungstunnel in die alte Uferstraße. Der Verkehr hält sich in dieser Jahreszeit in Grenzen. Vor allem Berufspendler bevölkern die Straße.

In Brissago ist das berühmte leerstehende Hotel jetzt vollständig zerfallen. Ich dringe nochmals von der Seeseite in das Grundstück ein. Der verwilderte Palmengarten gibt den Blick auf eine Schutthalde frei. Nichts ist geblieben von dem beeindruckenden Reichtum des vor ca. 10 Jahren verlassenen Hotels.

Kurz dahinter wechsle ich die Grenze. Unkontrolliert werde ich durchgewunken.

Auf italienischer Seite parken eine große Zahl kleiner Autos. Deren Besitzer fahren jeden Morgen mit dem Bus auf der Schweizer Seite zur Arbeit.

Bis zum frühen Nachmittag gelange ich nach Verbania. Hier nimmt der Verkehr schlagartig so heftig zu, dass er soch vor dem Ortseingang staut. Nach kurzer Pause der Uferpromenade suche ich den ersten italienischen Supermarkt auf, um Proviant zu bunkern. Vor allem Getränke sind jetzt notwendig, da es wärmer wird.

Am See entlang führt die Straße (entgegen der Beschilderung) weiter zum Toce-Tal. Ich überquere das Tocetal auf der seenahen Straße, leider begleitet von einer Vielzahl schwerer Kieslastwagen. In Gravellona finde ich nach einigem Suchen den richtigen Ortsausgang zum Lago d'Orta. Die Straße ist heftig befahren vom abendlichen Rush-Hour-Verkehr und steigt zusätzlich leicht an, ein unangenehmer Abschnitt.

Es dämmert schon, als ich Omegna erreiche. Auf die Frage, ob es hier ein Hotel oder eine Pension gäbe, wissen die meisten Passanten keine Antwort. Nach mehreren Runden durch den alten Ortskern stoße ich schließlich doch auf eine Bar, die auch Gästezimmer vermietet. In einem typisch italienischen Doppelzimmer mit luxuriösem Bad finde ich eine erholsame Unterkunft.

Der Abendspaziergang durch das nächtliche Omegna deutet auf die geringe touristische Bedeutung des Ortes trotz der Lage direkt am Lago d'Orta.


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