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Gestern haben die Ferien begonnen. Schnell die übliche Ausstattung für eine Zwei-Wochen-Tour
auf dem Fahrrad verstaut. Wie immer ist die Seitentasche viel zu schwer. Kleidung brauche ich
für winterliches Wetter hier in der Pfalz und in den Alpen. Ich hoffe aber auch auf den Sommer
in Sardinien. Daher werden auch Shorts und Sandalen eingepackt.
Am späten Vormittag endlich geht es los: Abschied von der Familie und dann auf nach Süden. Die erste Etappe geht nur bis Karlsruhe. Ich wähle den Weg, der schon vor Ausbau aller Radwegesysteme der Königsweg nach Karlsruhe war: nach Graben-Neudorf, dann durch den Schlosspark direkt zum Karlsruher Schloss, autofrei und fast immer durch wunderbaren Wald.
Zunächst aber nach Speyer, durch die Fußgängerzone, zum Dom, dann auf dem Gehweg über die Rheinbrücke, über Altlußheim, Rheinhausen zur Neubaustrecke der DB. Parallel dazu gibt es einen wunderbar einsamen und durchgehenden Radweg bis zum Abzweig Graben-Neudorf.
Der Himmel ist bedeckt, schließlich beginnt es zu regnen. Schneeregen fällt mir ins weite Regencape und sammelt sich zu einer Eispfütze. Hoffentlich wird es im Süden wärmer! Kurze Mittagspause an einer verlassenen Forsthütte. Am Trauf kann ich mich ein wenig unterstellen bis der Schauer beendet ist.
Dann bleibt es trocken. Nach der Ortsdurchfahrt Graben suche ich wie immer den richtigen Einstieg für den schnurgerade durchgehenden Weg zum Schloss Karlsruhe, zweige aber zu früh nach rechts ab. Ich erwische den Weg am Kernforschungszentrum entlang, auch nicht uninteressant. Schließlich erreiche ich den Schlosspark, regennass und verlassen. Dennoch gönne ich mir eine kurze Entspannungspause, die JH öffenet erst um 17.00 Uhr, bis dahin ist noch etwas Zeit.
In der JH gibt es noch Platz für mich in einem 6-Bett-Zimmer. Ich wechsle die Kleider und komme gerade rechtzeitig zum Abendessen.
Danach erkunde ich die Stadt. Meine Armbanduhr war zuhause geblieben, weil die Batterie fehlte. In der Fußgängerzone gibt es eine Auswahl verschiedener Restposten für 10 DM das Stück incl. Batterie. Der Batteriewechsel hätte allein soviel gekostet.
Das badische Staatstheater ist immer einen Besuch wert. Eigentlich schaue ich jedesmal vorbei, wenn ich in der JH übernachte. Ballettabend mit barocker Musik ist heute angesagt, nicht uninteressant. Ein günstiger Platz in der letzten Reihe kostet gerade 13 DM. Vielleicht ist die Vorführung ja nicht ausverkauft, dann kann ich ein wenig vorrücken.
Noch ist Zeit für einige Streifzüge durch die Innenstadt. Ich bewundere die riesigen Straßenbahnzüge, die ja von der Innenstadt direkt auf die DB-Hauptstrecken nach Bruchsal und Baden-Baden wechseln. In der Fußgängerzone erscheinen sie etwas überdimensioniert.
Der Abend im Theater wird hochinteressant. Das Publikum bei einer Ballettaufführung ist ein ganz besonderes Interessant ist die Beobachtung in den Pausen . Gegen Ende beginne ich etwas zu zittern, ob die JH noch offen ist nach Schluss des Balletts. Direkt nach dem Schlussapplaus springe ich auf, zum Fahrrad und zur JH. Quer durch die Innenstadt ist um diese Zeit das Fahrrad das schnellste Verkehrsmittel. 10 Minuten später bin ich im Mehrbettzimmer.
Die Zimmergenossen liegen schon schlafend im Bett. Ich husche zur Dusche und kurz darauf zufrieden in den eigenen JH-Schlafsack unter die Wolldecke.
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