[ vorhergehender Tag] [Übersicht] [nachfolgender Tag]


36. Tag: Waihi Beach - Katikati (30 km)
Mo, 15.02.2016


Trotz Regenvorhersage bleibt es heute trocken. Auch meine Mitbewohner sind heute auf Reisen: Der amerikanische Vietnam-Japaner muss seinen Leihwagen (3 Wochen für $ 1800) nach Auckland zurückbringen und kommt dann mit dem Bus zurück. Der chinesische Schüler aus Kanton fährt mit dem Rad an einem (!) Tag zurück zu seiner Gastfamilie in Hamilton. Sicherheitshalber lasse ich bei der örtlichen Tankstelle den Druck im Hinterrad wieder auf 4 bar (=400 kPa) erhöhen. Im Four Square kaufe ich noch ein neues Toastbrot. Dann beginnt die Tour auf der gleichen Strecke wie gestern nach Athenree.

Nach 10 km fädelt die Nebenstrecke in die gefährliche NH 5 ein. Der Verkehr ist eigentlich nicht besonders dicht. Aber die Trucks (bis zu 9 Achsen) können auf der nur zweispurigen Straße nicht ausweichen ohne zu bremsen – das tun sie aber grundsätzlich nicht. Es gibt jedoch meist einen asphaltierten Seitenstreifen, den die neuseeländischen Radfahrer grundsätzlich nutzen. Mich überholen zwei Rennradfahrer und ein Gepäckradler – nur mit zwei Ortlieb-Taschen hinten. Ein schwerer beladener Tourenradler fährt in Gegenrichtung.

Katikati nehme ich heute nur bei der Durchfahrt durch die Hauptstraße wahr. Alle wichtigen Versorgungsläden sind her angesiedelt. Durch den Ort brummt der Schwerverkehr. Die zweite Abzweigung rechts hinter der Ortsausfahrt führt zur Fantail Lodge. Eine längere Zufahrt durch ein parkähnliches Gelände führt zu dem Haus.

Es war einmal ein Fünf-Sterne-Hotel. Der neue Besitzer versucht zu renovieren und vermietet währenddessen die mit Betten zugestellten Suiten an Backpacker und Erntearbeiter. Ich habe ein Einzelbett im Nebenraum der Suite – also ein Zimmer für mich. Noch ein Dauergast wohnt im Nachbarzimmer. Das Bad hat Hotel-Niveau. Allerdings fehlt überall die Pflege. Zuerst muss ich das verkrumpelte Bett richten. Als Küche wird die ehemalige Restaurantküche mit Edelstahlausstattung genutzt. Auch hier beginne ich zuerst aufzuräumen und die Ablagen einigermaßen in Ordnung zu bringen. Im März werden 110 (!) Erntearbeiter einziehen. Danach braucht das Haus wahrscheinlich nicht mehr renoviert zu werden.

Es regnet den ganzen Nachmittag über. Erst gegen Abend beginnt es aufzuklaren. Ich hole Proviant beim Count Down. Dann gibt’s ein umfangreiches Abendessen mit zu viel Milch – das führt ab…


[ vorhergehender Tag] [Übersicht] [nachfolgender Tag]