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15. Tag: Auckland - Coromandel Town (Schiff und Rad 10 km)
Mo, 25.01.2016


Heute ist nun endlich Abreisetag. Um 6:00 Uhr werden Bettwäsche und Badtasche noch im prallvollen Rucksack, die Lebensmittel in der Seitentasche verstaut. Unklar bleibt zunächst die Funktion der Lenkertasche mit dem Tablett PC. Um 7:00 Uhr hole ich das Fahrrad aus dem Storage Room des benachbarten Hostels. Dann beginnt das Beladen: Doppelseitentasche hinten, darauf quer der Rucksack, Einzelseitentaschen vorne und nun doch die Lenkertasche vorne, obwohl die stützende Lampe an der Gabel fehlt. Dank zusätzlicher Gummis vom Warehouse lässt sich alles einigermaßen stabilisieren. Kurz vor 8:00 Uhr beginnt die erste Gepäckfahrt bergab über die Queen Street zum Hafen Pier 4. Das schwere Rad bleibt stabil.

Das Boot nach Coromandel bedient unterwegs noch zwei Inseln in der Auckland Bucht (Hauraki Gulf). Eine Schulklasse reist mit, die wohl zum Campen nach Rangitoto Island will. Leider genießen die Jugendlichen ihre Freiheit mit lauter Musik, Gegröle und ständigem Wechsel ihrer Sitzplätze – anstrengend. Der letzte Teil der Fahrt über den Firth of Thames ist sehr ruhig. Die Bergkulisse der Coromandel Halbinsel nähert sich schnell, das Meer ist absolut wellenfrei. Dass es auch anders sein kann, beschreiben Warnschilder am Landungssteg.

Ein älterer Radfahrer mit Rennrad beschreibt mir den Weg nach Coromandel Town, will mich auf den ersten Kilometern begleiten. Für ihn bin ich viel zu langsam, zumal der erste Kilometer noch Schotterstraße mit Wellblechrillen ist.

Die ondulierende Straße erfordert – auch bei geringer Steigung einen ständigen Wechsel der Gänge. Nah 10 km in der heißen Mittagssonne bin ich im kleinen Zentrum von Coromandel Town. Am Infokiosk versammeln sich mehrere Fernradfahrer zur Mittagspause. Coromandel liegt an der im „Padellers Paradise“ empfohlenen Ostküstenroute.

Das Hostel „Lions Den“ ist eine Überraschung: Mehrere Hütten sind in einen verwilderten Garten integriert. Der Hostel Chef ist ein junger Mann, der auch sämtliche Hausarbeiten erledigt. Bad und WC sind provisorisch an die Hütten angegliedert, zum Teil unter freiem Himmel. Ich bleibe für eine Woche und erwerbe eine provisorische Mitgliedskarte beim BBH. Das ergibt $ 4.00 Ermäßigung pro Nacht auf die $ 25.00. Mit VISA bezahlen kostet dann aber 3% Aufschlag über ein Online Programm. Jetzt sitze ich unter einem Dach aus Weinreben am Tisch und schreibe Tagebuch, bis mein Bett im Schlafsaal gemacht ist.

Der erste Stadtrundgang offenbart, dass Coromandel vor allem ein Urlaubsort mit zahlreichen Hotels, B+Bs, Motels und Campsites für Besucher aus Auckland ist. Es gibt kleine Geschäfte mit viktorianischen Fassaden, aber auch einen preiswerten Supermarkt mit Preisen wie in Auckland.

Im Hostel sind mehr als die Hälfte der Bewohner deutsche Jugendliche, die ihre Auszeit nach dem Abitur in NZ verbringen – einige bis zu einem ganzen Jahr. Im Schlafsaal stehen 6 Betten, von denen nur 4 belegt sind.


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