[ vorhergehender Tag] [Übersicht] [nachfolgender Tag]
Beim Aufstehen am Morgen ist der Himmel trübe. Es regnet (noch) nicht und es ist windstill.
Der Tag beginnt (erstmals) mit einem Hotelfrühstück: Rührei, Brot, Marmelade, Käse, Pastete,... Der Wirt fragt den bepackten Radler, wie viel ich am Tag so durchschnittlich fahre: 50 km sind für ihn eher enttäuschend.
Um 9:00 Uhr geht’s auf die lange Küstenstraße nach Karlobag. Dazwischen liegen nur kleine und sehr kleine Dörfer. Dafür gibt es Landschaft pur. Auf der Meerseite im Süden träumen baumlose Inseln im fast spiegelglatten Wasser, auf der Bergseite im Norden türmt sich drohend das Velebit-Gebirge auf. Darüber verdichten sich die Wolken bald zu feinem Regen. Noch ist aber die Straße trocken.
Mehrfach schwingt sich die Straße hoch über den Landrücken zwischen zwei Buchten, dann wieder runter zum Meer. Dabei überwinde ich jeweils 100 Höhenmeter. Ein kurzer Tunnel durchquert einen besonders hohen Landrücken. Die Straße kann im letzten Abschnitt bei Bedarf komplett gesperrt werden - wegen Erdrutsch oder heftigem Wind. Noch von gestern stehen Verbotsschilder für Wohnwagen und Busse. Auf en Straßendämmen, die Taleinschnitte überqueren, wurden fast zwei Meter hohe Mauern als Windschutz gebaut.
Mich schiebt zunehmender Rückenwind aus Osten vor sich her. Allerdings verdichten sich nun auch die Wolken über der Küstenstraße zu leichtem Nieselregen. Noch genügt der Anorak als Regenschutz. Bis zum Ziel nimmt der Regen aber so zu, dass ich froh bin, im Hotel "Velinac" schnell ein Zimmer für 200 Kuna (diesmal ohne Frühstück) auszuhandeln. Es macht im Erdgeschoss einen eher schäbigen Eindruck. In den Zimmeretagen sieht es aber besser aus. Im Zimmer gibt es weder Heizung noch Fernseher - also kommen mehrere Wolldecken zum Einsatz.
Nach der Mittagspause im Hotelzimmer starte ich zur Einkaufs- und Erkundungstour. Morgen - am Ostersonntag - haben sogar in Kroatien die Lebensmittelmärkte geschlossen. An der Küste entlang ist ein durchgehender Wanderweg unterhalb der Straße angelegt, dem ich ein Stück folge. Durch ein Seitental gelange ich wieder hoch auf einen Bogen der alten, nur geschotterten Straße, die Verbindung zur N 8 hat. Zurück im Ort steige ich durch ein Neubaugebiet. Die meisten haben große Häuser gebaut, die teilweise als Ferienwohnungen vermietet werden. Ein steiniger Weg führt hoch zur "Golgatha-Kapelle". Die ist aber verriegelt und offenbar schon länger nicht mehr genutzt worden.
Zurück im Hotel muss ich das Zimmer im Voraus bezahlen, um meinen Ausweis wieder auszulösen.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
[ vorhergehender Tag] [Übersicht] [nachfolgender Tag]