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40. Tag: Sydney (Bahnausflug, Rad 20 km)
So, 24.12.2006


Wie es in Sydney weiter geht, will ich heute vor Ort klären. Ich nutze die S-Bahn für 12.60 $. Das Fahrrad kann ich mitnehmen. Die Bahn braucht allerdings fast 2 Stunden für die 80 km.

Im Bahnhof von Sydney erhalte ich die positive Information, dass zweimal in der Woche (samstags und mittwochs) eine Bahnreise von Sydney über Broken Hill nach Adelaide und weiter mit dem Ghan nach Alice Springs möglich ist. Die Reise dauert insgesamt nur zwei Tage und Nächte und kostet 386 $ mit YHA Ermäßigung. Damit ist der Anschluss zur gebuchten Bustour "Rock 2 Water" von Groovy Grape geklärt. Direkt am Zentralbahnhof gibt es zwei YHA Hostels, eins davon i m ehemaligen Güterschuppen - sehr stilvoll. Sie haben noch am 28 und am 29. 12. ein bett frei - bis ich mich entschieden habe, nur noch am 28.12., ein Internetbieter war schneller. Damit wird es immer schwieriger, in der Silvesternacht in Sydney zu sein.

Die Stadtbesichtigung mit dem Rad ist vielseitiger als zu Fuß. Ich kann sowohl Fußgängerzonen als auch längere Straßen durchstreifen. Der Weg führt mich auf der klassischen Route über die anglikanische Kathedrale, die viktorianischen Einkaufsarkaden, die katholische St. Mary's Cathedral zum Museum of New South Wales. Während des Kulturgenusses geht draußen ein heftiges Gewitter nieder. Die Gebete der Australier um Regen wurden erhört. Über den sehr schön gelegenen Botanical Garden komme ich zum Circular Bay, wo alle innerstädtischen Fähren starten. Dabei werden immer eindrucksvollere Bilder vom Opernhaus und von der Harbour Bridge möglich. Die Stadt fiebert regelrecht dem New Year's Eve 2007 entgegen. Restaurants mit Blick auf die Brücke bieten Dinner zwischen 200 und 400 $ pro Person an.

Ein freundlicher Polizist beschreibt mir den Zugang zum Radweg über die Harbour Bridge. So kann ich auch diese zur Bauzeit größte Bogenbrücke der Welt mit dem Rad erfahren. Zusätzlich zu sechs Autospuren sind hier noch zwei Eisenbahngleise eingehängt, über die nicht nur die S-Bahnen fahren. Die Südstadt ist fast pronvinziell.

Nach der Rückkehr in die Nordstadt folgt noch ein Ausflug nach King's Cross, dem berüchtigsten Viertel der Stadt. In der Victoria Street reihen sich private Billighostels aneinander - alle ausgebucht. Der Zustand der Unterkünfte ist aber eher mit dem Vorhof zur Hölle vergleichbar. Was für ein Unterschied zum YHA Hostel!

Um 8 p.m. ist ein Abendgottesdienst in der anglikanischen Kathedrale. Schon geraume Zeit vorher schließe ich mein Fahrrad am Haupteingang ab. Ein freundliches Gemeindemitglied (Matthew) erlaubt mir aber, das Rad zur Sicherheit in den Chorprobenraum zu stellen. Der Gottesdienst ist beeindruckend multimedial: Der Dean predigt über die vier Aussagen des Weihnachtsevangeliums: Gott wird Kind, um uns von der Sünde zu erlösen. Dabei wechseln die Methoden von Publikumsbefragung bis zur vertiefenden Beamerprojektion der Grundaussagen der Predigt. Die Liedtexte des Knabenchores sind inhaltsgenau integriert.

Eilig erreiche ich gerade noch die S-Bahn um 21.40 Uhr. In Wollongong besuche ich noch kurz die Jugendherberge zum Umziehen. Dann erreiche ich noch rechtzeitig die katholische Mitternachtsmesse. In der predigt des Bischofs stehen Kind und Familie im Mittelpunkt der Weihnachtsgeschichte. Er trägt einen etwa halbjährigen Bub auf den Armen beim Einzug. Der liturgische Ablauf ist identisch mit allen katholischen Messen der Welt - ein Vorteil der zentralistischen Struktur.


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