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57. Tag: Chorriaca - Zapala
Di, 9.1.2001


Der Aufbruch ist trostlos. Die vier Hunde reißen sich um meine Mülltüte, während ich das Zelt einpacke.

Nachts war es zeitweise windstill. Jetzt frischt der Wind wieder auf. Das Vorderrad verliert Luft - vielleicht reicht Nachpumpen...

Nach Erreichen der RN 40 geht es zunächst rasant bergab (mit Rückenwind). Nach 15 Minuten ist das Vorderrad wieder platt - also Flicken bei heftigem Wind...

Die Weiterfahrt wird vom Rückenwind getragen, auch bergauf. An einer windstillen Kurve mache ich Mittagspause in der Sonne.

Nun schwenkt die RN 40 jedoch nach Westen (nach Las Lajas). Der Gegenwind nimmt zu - noch kann ich dagegen antreten.

Bei einer schnellen Abfahrt rollt das Hinterrad über einen Stein - platt. Analyse: doppelt an der Felge gepetzter Schlauch. Sturm und ein eiskalter Schauer machen die Reparatur zur Qual. Der geflickte Schlauch hält erstaunlicherweise.

Inzwischen hat der Gegenwind Orkanstärke und ist eiskalt - am Horizont Schneeschauer in den Bergen. Selbst bergab muss ich im kleinsten Berggang treten, bergauf kann ich nur mit Mühe schieben. Um 16:30 Uhr sind es noch 10 km bis Las Lajas. Meine Durchschnittsgescheindigkeit ist unter 5 km/h gesunken...

Wieder hilft eine Handbewegung, und ein Pickup hält, um mich zu "retten". Die Fahrt kann ich gleich bis Zapala fortsetzen, dort fahren Busse nach Junin de los Andes. Bei dem bissigen Sturm der letzten Tage und der erwarteten Notwendigkeit, bis Junin zweimal ohne Campingplatz zu übernachten, entscheide ich mich für den Bus...

Ich schlafe in einem Offiziersheim für 12$ - sehr stilvoll möbliert.


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