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26. Tag: Stillwater Cove County Park - Bodega Dunes State Park
So, 17.08.2003


Heute morgen ist es neblig - das Zelt aber merkwürdigerweise trocken. Das normale Morgenprogramm dauert - wie immer - zwei Stunden; dann ist alles gesattelt. Ich hoffe, in Fort Ross eine Kirche zu finden. Leider besteht der Ort nur aus Ferienhäusern und einem kleinen Laden. Wenigstens telefonieren kann ich hier - mit meiner Prepaid-Karte - für 29 ct 10 Minuten nach Deutschland ! Ein Local Call kostet am Coin Automaten dagegen 50 ct.

Es bleibt neblig. Von der Küste sieht man nichts. Dennoch fahre ich weiter zum spektakulärsten Teil der Straße. Die Sonne kämpft mit dem Nebel, schafft es aber nicht, ihn aufzulösen. In der Tiefe neben der Straße höre ich das Meer - sehe aber nur die Nebelschwaden. Einer englischen Klippenlandschaft gleicht die Umgebung. Das wird noch unterstrichen durch mehrere Cattle Grids. Einige anstrengende Aufstiege führen über die Klippen. Beim frühen Mittagstisch warte ich auf die Auflösung der Nebel - vergeblich.

In Jenner - am Russian River - versuche ich einzukaufen. Die ganze Stadt scheint vom Jenner Inn aufgekauft zu sein - jedenfalls kann man auch in schön restaurierten Villen Hotelzimmer mieten. Der Proviant kostet im Market astronomische Preise: amerikanisches Toastbrot für 4.50 $ - in Seattle habe ich es schon für 50 ct bekommen !

Ich verzichte auf den Einkauf und fahre weiter entlang der Sonoma Beach Coast. Mehrere Buchten reihen sich aneinander - unterbrochen von kleinen Felsvorsprüngen. Die Straße verläuft am oberen Rand der Klippe und ist vollgeparkt mit Sonntagsausflüglern. Eine Stelle - sie heißt Portugal Beach - erinnert tatsächlich an die Felsküste der Algarve.

In Bodega Bay kostet ein Brot immer noch 3.50 $. Ich kaufe stattdessen drei Pfund Tortillas für 2.70 $. Manfred hatte schon geraten, diese als Brotersatz zu verwenden. Der Abend am Meer des Bodega Dunes State Park ist neblig. Der Strand vor den Dünen ist trotzdem wunderschön. Er erinnert an die polnische Ostseeküste.

Auf dem Platz lerne ich dann noch Reinhild und Rupert Huber aus München kennen. Sie sind schon durch ganz Europa mit den Rad gereist - unter anderem nach Athen und Istanbul (!) über Rumänien und Bulgarien. Dies ist jetzt ihre dritte USA-Reise. Auch sie nutzen jetzt die Zeit nach der Kinderphase - Rupert ist Mitte 50 und topfit. Vorbild ist für sie ein amerikanischer Weltenbummler, mit dem sie vor einigen Jahren noch eine Spanien-Rad-Tour geplant haben, obwohl er fast 80 Jahre alt ist. An einem weiteren Austausch von Erfahrungen auf zwei Rädern ist mir sehr gelegen...


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