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66. Tag: Storms River Village Mountain Trail (10 km)
Do, 08.03.2012


Auf meine Frage, ob man auch auf der Bergseite der N2 wandern oder Rad fahren kann, bekomme ich zunächst nur falsche Antworten. Erst der Fahrradverleih beschreibt den Bike Trail, verlangt aber 20 Rand als Permit !

Die Strecke am Fuß der Berge verläuft komplett im Pflanzwald der Holzfirmen. Die Beschilderung ist dürftig, die Wegequalität abenteuerlich. Ich bewundere mein Mountain Bike, das auch Sprünge über Felsen mitmacht. Schließlich lande ich an einem idyllischen kleinen Wasserfall am Witteklip River. Zwischen zwei Pools plätschert das Flüsschen über den glattgeschliffenen Fels - ein idealer Ort für eine erholsame Ruhepause. Schon um 13:00 Uhr bin ich zurück im Hostel.

Gerd aus Holland kommt ins Dormitory. Er ist auch mit dem Rad unterwegs, hält sich weitgehend an die Routenbeschreibung meines deutschen Radreisebuches. Mit 66 Jahren ist er bereits Rentner und reist nun mehrere Wochen durch Südafrika. Seine Frau ist ähnlich tolerant wie meine und lässt ihn ziehen. Radtouren nach Rom und Santiago di Compostela waren frühere lange Fahrten. Er war verantwortlicher Siemens-Mitarbeiter im Bereich Medizintechnik. Er spricht hervorragend deutsch und freut sich nun auf seine Enkel, die in einer Woche die Familie besuchen.

Nachmittags starte ich nochmal zu einer Bergwanderung ohne Rad. Ein hervorragend ausgebauter Wanderpfad führt zu einer Brandbeobachtungsstelle auf dem nahen Berg - entgegen allen Informationen der örtlichen Informationsstellen. Lange genieße ich den weiten Blick über die Hochebene und den Tsitsikamma Forest.

Am Abend gibt's wieder angeregte Gespräche über Familie und Reisen. Die Lebenssituation von Gerd ist meiner noch am vergleichbarsten: Zwei erwachsene Kinder, die eigenständig als Künstlerin arbeitende Frau, die ihn ziehen lässt. Auch er reist am liebsten allein - wegen der Freiheit der Entscheidungen und der Gedanken. Achim ist seit zwei Jahren geschieden, lebt jetzt für seinen Beruf und seine alte Schmiede, die er in einem historischen Haus in Riedlingen wieder hergerichtet hat. Reisen kann er nur während der wenigen Urlaubstage, die ihm sein Arbeitgeber ermöglicht.


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