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58. Tag: Grafton - Evans Head (90 km)
Do, 11.01.2007


Der Tag beginnt mit einem genüsslichen Frühstück auf der Hotelveranda. Über dem Fluss wabern noch die Nebel. Ein Zelter im öffentlichen Park gegenüber packt schnell zusammen und macht sich barfuß auf zum Frühsport.

Der Himmel ist wolkenlos. Die Etappe beginnt angenehm auf der Tourist Drive 22 am linken Ufer des Clarence River. Fast autofrei geht es durch fruchtbares Land, meist sattgrüne Wiesen. Obwohl der River mindestens so breit ist wie der Rhein, gibt es keinen Schiffsverkehr mehr. Früher war Grafton eine Hafenstadt.

Bei McLean bringt mich eine kostenlose Autofähre ans andere, verkehrsreiche Flussufer. Bei der Mittagspause dort empfiehlt mir ein Mitarbeiter des nahe liegenden Regierungsbüros statt bis Yamba/Iluca gleich bis Evans Head zu fahren. Das spart mir eine ganze Etappe. Über den Pacific Highway muss ich in beiden Fällen fahren. Also erweitere ich meine Tour heute um 30 km. Kurz vor Grafton hatte ich den Clarence River auf einer kombinierten Eisenbahn- und Autobrücke mit einem Klappteil in der Mitte überquert. Diesmal wird der Clarence River auf einer altertümlichen Hubbrücke überquert. Beide Mechanismen werden aber schon seit längerer Zeit nicht mehr genutzt, es gibt ja keine Schifffahrt mehr.

Die Strecke über den Highway ist anstrengend: sehr verkehrsreich, bisweilen schmal wie eine Landstraße. Die Berg- und Talfahrten halten sich in Grenzen, dafür kommt aber der Wind jetzt von vorne. Ich bin froh, in Woodbarn für die letzten 11 km in Richtung Meer wieder von der Highway runter zu kommen. Auf dem Asphalt dieser Straße hat ein Tierliebhaber jedes überfahrene "Kangooro" mit einer gelben Silhouette verewigt, eine beachtliche Anzahl.

Der Badeort Evens Head ist knallvoll. Im Hotel gibt es natürlich kein Einzelzimmer mehr. Auf dem Campingplatz bekomme ich noch einen unbeliebten Eckplatz für 23 $, der wohl wegen der schlechten Lage frei geblieben ist. Ich bin dennoch froh, eine Übernachtung gefunden zu haben. Im Supermarkt kaufe ich vor allem Getränke (7 Liter), denn die Hitze kostet viel Schweiß, der ersetzt werden muss. Die Abendstimmung genieße ich am Strand, der wie sich wie immer kilometerlang erstreckt und fast menschenleer ist.


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