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Am Abend kann ich kaum einschlafen, zwei Flaschen Cola zum Abendessen waren wohl doch zuviel Koffein. Um 2 Uhr stehe ich nochmals auf und geselle mich zu den nächtlichen Videoguckern: Supermans Rückkehr, Schlussphase mit Musik von Hans Zimmer. Wie der Zufall es will, spielt der Film heute Nacht wieder eine Rolle: weil Teile der Stadtansichten von Gotham City in Sydney gedreht wurden, werden Themen der Filmmusik zum Sylvesterfeuerwerk als Begleitmusik gesendet.
Trotz der kurzen Nacht bin ich bereits um 8.30 Uhr im Zug nach Sydney Central - heute kostet die Rückfahrkarte nur 10 $ für alle Züge nach Sydney und zurück. Der S-Bahnzug braucht bis um 11 Uhr. Der Sylvesteranruf von zu Hause erreicht mich gerade beim Aussteigen. Auf dem Weg zum Hyde Park komme ich an der deutschen lutherischen Kirche von Sydney vorbei. Die Predigt in Englisch ist gerade zu Ende, der Rest des Gottesdienstes wird in deutsch gehalten. Ich freue mich über das deutsche Vaterunser.
Über die Market Street schlendere ich zum Darling Harbour. In Informationsbüro informiert eine sehr geschäftiger junger Mann über die besten Aussichtspunkte am New Year's Eve: Mrs MacQuarie's Chair wäre am besten. Dort sind 25 000 Zuschauer zugelassen, an der Oper nur 5 000. Die seien wahrscheinlich schon jetzt um14 Uhr besetzt. Ich gehe also direkt zurück ins Museumsviertel. Dort erwartet mich eine ein km lange Menschenschlage und eineinhalb Stunden Wartezeit: Alle Rucksäcke werden nach Alkohol oder Glasflaschen durchsucht. Ich komme ins Gespräch mit einem jungen Mann aus Vietnam. Er ist Hochschullehrer für Kommunikationstechnologie und erhält nach 10 Jahren Lehrtätigkeit eine Fortbildungsjahr in Australien bezahlt, um den neuesten Stand der drahtlosen Internetübertragung zu lernen. Er erzählt über seine Familie, die asiatischen Studenten, die Abhängigkeit von China.
Auf dem Gelände herrscht Festivalatmosphäre. Alle lagern auf Decken, erzählen mit den Fremden, hohen sich jetzt doch Bier in Dosen und Wein in Glasflaschen. Es ist bewölkt, hoffentlich regnet es nicht.
Um 21 Uhr beginnt das erste Feuerwerk für Familien, an drei Stellen synchron - beeindruckend! Die Wartezeit bis Mitternacht wird mir dann aber lang. Es wird kalt, aber es bleibt trocken. Um 0 Uhr beginnt der Höhepunkt. An vier Stellen des Hafens laufen synchron die Feuerwerke ab. Unterstützt werden sie durch eine Licht- und Feuershow auf der Harbour Bridge. Sie feiert 2007 ihr 75jähriges Bestehen. Die Idee für ein Feuerwerk auf der Brücke stammt wohl aus der Jahr 2000 Feier. Immerhin muss dazu der gesamte Straßenverkehr und für kurze Zeit sogar der Zugverkehr gesperrt werden.
Dank zusätzlicher Züge komme ich noch in der Nacht wieder zurück nach Newcastle. Um 5 Uhr bin ich wieder dort. Der Sonnenaufgang kündigt sich bereits an.
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