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Heute ist Boxing Day, zusätzlicher Feiertag. Meinen Aufenthalt in Wollongong habe ich um diesen Tag verlängert, da ich erst am 28.12. in Sydney sein kann, mit einer Zwischenübernachtung an der Fähre in Cronulla. Also bin ich um 9.20 Uhr am Zug und reise für 12.60 $ wieder nach Sydney.
Schon heute Morgen beim Aufwachen ging mir die weitere Planung durch den Kopf: Rock 2 Water Tour, Zugfahrt nach Alice Springs, Radtour nach Brisbane. Gleich nach dem Frühstück rufe ich bei Groovy Grape an. Tatsächlich ist jemand am Telefon. Ich buche für den 30.01. (Dienstag bis Sonntag) von Alice nach Adelaide. In Sydney beim Pacific Railway Fahrkartenschalter buche ich jetzt den Zug vom 24. bis 27.01. von Sydney nach Alice. Auch das klappt. Das Rad geht nur bis Adelaide mit (40 $). Dort muss ich es für eine Woche in der Jugendherberge abstellen. Die Fahrkarte kostet 367 $. Das schließt dann auch die Fahrt mit dem Ghan von Adelaide nach Alice Springs ein. Die YHA Karte ermöglicht eine gewaltige Ermäßigung, ohne hätte die Fahrt 510 $ gekostet. Nun brauche noch Übernachtungen in Sydney, Adelaide und Alice Springs. Mit Engelsgeduld bucht die junge Frau im YHA Railway Square meine Wünsche - alle drei Termine sind frei.
Jetzt ist es schon fast wieder 12 Uhr, aber der zweite teil meiner Reise ist nun koordiniert. Ab Adelaide habe ich dann noch zwölf Tage Zeit, mit dem Rad oder Zug nach Melbourne zurück zu fahren.
In der Stadt verliere ich mich zuerst in Chinatown. Drei gefüllte Buns (Hühnchen, Thunfisch, Lauch) gibt es zum Mittagessen. Die Buns sind trotz des Inhalts oben süß glasiert. Zum Essen finde ich im Freizeitgelände am Exhibition Center Platz auf einer Bank. Direkt gegenüber liegt das Outback Center in Sydney. Ein junger Mann führt in einer 30minütigen Show in die Technik des Didgeridoospiels (irisch für schwarzer Flötenspieler) ein. Die Backen werden dabei als Blasebalg benutzt, die Lippen vibrieren viel lockerer als beim Trompetespielen und mit der Stimme können gleichzeitig Töne und Geräusche eingebaut werden. Der junge Mann ist Halbaborigine und mit 16 von Sydney zum Clan seines Großvaters zurückgezogen, um dort - als Strafvollzugsmaßnahme - das Leben seines Stammes mitzumachen.
Mein Weg durch Sydney führt weiter zum schön genutzten Darling Harbour, der inzwischen in eine touristische Meile umgewandelt wurde. Ich gönne mir eine Rundfahrt mit der Monorail. Sie ist hier kein Verkehrsmittel wie in Kuala Lumpur, sondern dient den Touristen für eine Stadtbesichtigung von oben. Als ich danach die alten Hafenbrücke zu Fuß überquere, wird gerade diese älteste elektrische Drehbrücke Australiens für Schiffe geöffnet, echt viktorianische Technik. Opernhaus und botanischen Garten durchquere ich nochmals bei Sonnenschein, gegen Abend schlendere ich durch das mondäne Queen Victoria Building, einen Einkaufstempel, der schon fast 150 Jahre alt ist.
Die Zeit verrinnt schneller als gedacht, so dass ich nach einem kurzen Abstecher zum leider schon geschlossenen Power House Museum um 20.37 Uhr den Zug zurück nach Wollongong erwische.
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